Polizei: Filme und Fotos sind widerrechtlich

Unbekleidete Frau in Wittingen: Strafbare Aufnahmen

Ein Polizist neben einem Fahrzeug mit Blaulicht.
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Die Polizei kritisiert, dass Passanten in Wittingen Filme gedreht haben, anstatt einer offenkundig verwirrten Frau zu helfen.
  • Holger Boden
    vonHolger Boden
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Wittingen – Nachdem am Montagabend eine Frau unbekleidet die Wittinger Bahnhofstraße entlanggelaufen ist, hat die Polizei die Öffentlichkeit am Dienstag davor gewarnt, in solchen Fällen widerrechtliche Fotos oder Filme anzufertigen. Der Hintergrund: In sozialen Netzwerken kursierten Videos, die zeigen, wie die nackte Frau auf dem Bürgersteig entlanggeht, und wie sie schließlich am Bahnübergang von Polizisten festgehalten wird. Die Polizei war laut Sprecher Christoph Nowak am Montag gegen 18.50 Uhr auf das Geschehen aufmerksam gemacht worden.

Weil die Frau einen verwirrten Eindruck machte, ließen die Beamten sie per Rettungswagen zur Versorgung in die Wittinger Klinik bringen. Die Identität der Frau, deren Alter anfangs auf etwa 30 Jahre geschätzt wurde, war zunächst unklar, konnte aber am Dienstag ermittelt werden. Sie kommt nicht aus Wittingen. Nähere Details wollte die Polizei mit Blick auf die Wahrung der Persönlichkeitsrechte nicht nennen.

Nowak betonte angesichts der von Augenzeugen verbreiteten Fotos und Videos: „Das Anfertigen und Verbreiten dieser Aufnahmen ist nach § 201a StGB strafbar. Wir appellieren daher nachdringlich, die Aufnahmen nicht zu verbreiten, sondern zu löschen.“ Es sei bedenklich, dass ein solches Vorkommnis eher gefilmt wird, als dass einer Person, die sich offensichtlich in einem Ausnahmezustand befindet, geholfen wird.

Die Ursache für die Verfassung der Frau war laut Nowak unklar. Ein Drogentest sei negativ gewesen.

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