Verbindungsweg Eutzen-Glüsingen: Hohes Verkehrsaufkommen, schlechter Fahrbahnzustand

Umleitung mit Nebenwirkungen

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Acht Zentimeter: Eutzens Ortsvorsteher Eike Harder demonstriert mit dem Zollstock, wie hoch der Versatz zwischen asphaltierter Fahrbahn und unbefestigtem Seitenstreifen auf der Strecke Eutzen-Glüsingen stellenweise ist.

Eutzen/Glüsingen. Die eine Straße ist seit dem Wochenende wieder frei – die andere dafür ziemlich fertig. Zwischen Knesebeck und Emmen darf der Verkehr wieder auf der K 123 rollen.

Die wochenlange Sperrung der Kreisstraße samt Umleitung hat aber vor allem einer Verbindung nicht gutgetan: dem Verbindungsweg zwischen Eutzen und Glüsingen.

Den haben drei Monate lang zahlreiche Autofahrer benutzt, um von Hankensbüttel nach Knesebeck – oder umgekehrt – zu gelangen. Ausgelegt ist die Verbindung, die den Charakter eines besseren Wirtschaftsweges hat, dafür nicht: Begegnen sich zwei Autos, müssen beide mit den rechten Rädern auf den unbefestigten Seitenstreifen.

Trotzdem ist die Abkürzung attraktiv: Wer sie nutzt, anstatt durch Wittingen zu fahren, der spart sich zwei bis drei Ampelstopps und womöglich noch einen längeren Aufenthalt an der geschlossenen Bahnschranke. Für Eutzens Ortsvorsteher Eike Harder gibt es deshalb auch kein Vertun: „Das ist die Südumgehung von Wittingen.“

Völlig ausgefahren: der Straßenrand nahe der OHE-Brücke über den Verbindungsweg von Eutzen nach Glüsingen.

Offiziell gibt es so etwas gar nicht, inoffiziell soll irgendwann mal der Abschnitt zwischen den beiden Wittinger A 39-Anschlussstellen diese Funktion erfüllen – und eine echte eigene Südumgehung war in der Stadtpolitik bisher nicht mehrheitsfähig. Dass viele Verkehrsteilnehmer sie gebrauchen könnten, zeigt sich an der Strecke Glüsingen-Eutzen. „Da ist immer viel los, auch ohne Baustelle“, sagt Harder. „40 Autos pro Stunde sind keine Seltenheit.“ Und in der Tat war der Verbindungsweg in den letzten Jahren immer wieder mal auf der Agenda, weil die Seitenränder schon wieder ausgefahren waren.

Das ist jetzt wieder soweit: Seitliche Absätze von acht Zentimetern hat Harder an mancher Stelle in seiner Gemarkung gemessen. Schlaglöcher neben dem Asphalt unweit der Bahnbrücke sprechen ebenfalls für sich. Mancherorts bricht auch die Fahrbahn ein wenig ab. Zusätzliche Frostschäden seien beim aktuellen Zustand der Straße programmiert, meint der Ortsvorsteher.

Harder sorgt sich wegen der hohen Kanten um die Sicherheit bei der Benutzung: „Für Radfahrer kann das gefährlich werden.“ Bei der Verwaltung ist er deshalb schon vorstellig geworden, auf die Stadtpolitik will er noch zugehen: Der Verbindungsweg, so seine Einschätzung, müsse „richtig instandgesetzt werden“, nur mit Flicken komme man nicht mehr weiter.

Allerdings ist der Weg offenkundig nicht auf der Prioritätenliste der Stadt, das hat Harder in Erfahrung gebracht. So bleibt abzuwarten, wie viel Geld die Stadt noch in die Strecke investieren will, die bei einem A-39-Bau nicht mehr durchgängig befahrbar sein wird.

Von Holger Boden

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