Wittinger Zahlen reichen nicht an Rekordjahr heran

Hafenumschlag 2014: Uelzen zieht an Wittingen vorbei

+
Der Uelzener Hafen hat sein Umschlagsvolumen im letzten Jahr um mehr als ein Drittel gesteigert.

Wittingen/Uelzen. Der Wittinger Hafen ist nicht mehr Nummer 1 am Elbe-Seitenkanal: In der Umschlagsbilanz für 2014, die jetzt dem Wittinger Wirtschaftsausschuss vorgelegt wurde, ist der Uelzener Hafen mengenmäßig vorbeigezogen.

In Wittingen hat sich zugleich die Umschlagsmenge gegenüber dem Rekordjahr 2013 um fast 10 Prozent verringert.

Im Wittinger Hafen bleiben die Zahlen erfreulich, erreichen aber nicht mehr den Rekordwert von 2013.

Wurden 2013 in Wittingen noch 336 000 Tonnen Güter umgeschlagen, so werden für 2014 nur noch rund 305 000 Tonnen ausgewiesen. Davon entfielen 294 000 Tonnen auf den Schiffsumschlag (2013: 302 000) und 11 500 Tonnen auf die Schiene (2013: 34 000). Im Rathaus sieht man den Rückgang nicht als dramatisch an – Wirtschaftsamtsleiter Günter Kruse hält nichts davon, das Rekordjahr zum Maß aller Dinge zu erheben: „2013 war außergewöhnlich.“ Die 2014 erreichte Gütermenge von über 300 000 Tonnen sei auch erfreulich, für 2015 gehe man derzeit von einem ähnlichen Wert aus. Rückgänge gab es 2014 beim Heizöl-Umschlag (von 100 000 auf 91 000 Tonnen), bei der Zellulose (von 35 000 auf 30 000) und beim Rundholz (von 87 000 auf 81 000). Der Düngemittel-Umschlag blieb mit knapp über 24 000 Tonnen fast konstant, die Verschiffung von Braugerste aus dem Isenhagener Land legte von 23 000 auf 26 000 Tonnen sogar zu.

Nach wie vor bleibt Wittingen in erster Linie ein Import-Hafen, insbesondere für Kunden wie das Energieunternehmen Hoyer, die Lachendorfer Papierfabrik und das Nettgauer Glunz-Werk. Mit insgesamt 260 000 Tonnen lag das empfangene Gütervolumen deutlich über der Menge der abgesandten Ladung (33 000 Tonnen).

Der Uelzener Hafen hat nach 299 000 Tonnen im Jahr 2013 enorm zugelegt: 2014 wurde eine Gütermenge von fast 414 000 Tonnen umgeschlagen, davon 324 000 per Schiff. Lüneburg legt um mehr als ein Fünftel zu und kommt auf insgesamt 209 000 Tonnen, bleibt aber die Nummer drei am Kanal.

Wittingens Wirtschaftsamtsleiter Kruse betont, dass man sich in Wittingen nicht in unmittelbarer Konkurrenz zu den anderen Häfen am Elbe-Seitenkanal sehe, dass vielmehr die Zusammenarbeit im neuen ESK-Verbund, der die Häfen vermarkten soll (das IK berichtete), gut angelaufen sei. Dass die Uhlenköperstadt nun auf der Überholspur sei, sei daher kein Problem. Zwar gebe es mal Überschneidungen, doch würden in Uelzen in der Regel andere Güter als in Wittingen umgeschlagen.

Der Wirtschaftsförderer des Landkreises Uelzen, Eberhard Gottschlich, sieht ebenfalls „keine Konkurrenzsituation“. Die Mengenentwicklung im Uelzener Hafen sei „für uns toll“ – und vergleichsweise einfach zu erklären: Zwei Landhandelsbetriebe hätten am Kanal ihre Kapazitäten erhöht und neue Silos gebaut, deshalb werde von diesen Firmen nun deutlich mehr Umschlag über das Wasser abgewickelt.

Als Sondereffekt seien 2014 zudem 15 000 Festmeter Holz aus Schleswig-Holstein verladen worden, die aus einem Windbruch stammten.

Von Holger Boden

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare