Kakerbecker Straße: Drei Jahre nach Planungsbeginn soll es nun ganz schnell gehen

Turbo für das neue Baugebiet

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17 Bauplätze sollen an der Kakerbecker Straße entstehen. 

Wittingen. Schon im März 2015 wollte die Wittinger Politik die Bauleitplanung für ein neues Baugebiet an der Kakerbecker Straße auf den Weg bringen – jetzt, drei Jahre später, soll in das Planverfahren der Turbo eingebaut werden, so dass vielleicht im Herbst die Erschließung beginnen kann.

Für die Beschleunigung des Verfahrens hat sich der Bauausschuss am Mittwochabend bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung ausgesprochen. Möglich wird der Druck aufs Gaspedal durch einen neuen Passus im Baugesetzbuch, der im Mai letzten Jahres eingeführt wurde, um der konstant hohen Nachfrage nach Bauland zu begegnen: Paragraph 13 b gibt unter bestimmten Voraussetzungen – die an der Kakerbecker Straße erfüllt sind – grünes Licht für ein „beschleunigtes Verfahren“. Darin wird auf eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung ebenso verzichtet wie auf Umweltprüfung und Umweltbericht – und es werden keine Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für die Versiegelung gefordert. Zeitgewinn: rund vier Monate.

Der von der Stadt beauftragte Planer Volker Warnecke skizzierte den möglichen Fahrplan für die nächsten Schritte: Wenn im April ein städtischer Beschluss vorliegen sollte, könnte im Mai/Juni das Beteiligungsverfahren laufen, im August der Satzungsbeschluss zum neuen Bebauungsplan gefasst werden und im Herbst die Erschließung beginnen.

Bauamtsleiter Sascha Liwke nannte den Zeitplan „schön, aber auch sehr sportlich“, es werde möglicherweise etwas länger dauern. Hans-Heinrich Koch (SPD), früherer langjähriger Vorsitzender des Bauausschusses, bezweifelte, dass das Verfahren überhaupt bis Ende des Jahres abgewickelt werden kann.

Nun, da keine Ersatzflächen mehr benötigt werden, können auf dem rund 20 000 Quadratmeter großen Areal südlich der Königsberger Straße laut Warnecke zwei Bauplätze mehr ausgewiesen werden. Denn eigentlich sollten die Ausgleichsmaßnahmen im Gebiet selbst stattfinden – ein Aspekt der ökologischen Bauleitplanung, die CDU und Grüne vorantreiben wollten. Ralf Beyer (Grüne) zeigte sich denn auch irritiert: „Ich fühle mich überrumpelt.“ Allerdings: Begrünte Freiflächen sollen dem Baugebiet erhalten bleiben, denn sie sollen als Puffer zum Hundeübungsplatz dienen. Für den Schäferhundeverein, das betonte Warnecke, bleibe mit der Planung „der Status quo gewahrt“.

Matthias Rönneberg (CDU) begrüßte die Beschleunigung und regte an, den Paragraphen auch bei anderen künftigen Planungen zu nutzen. Koch sagte, er habe mit den Ausgleichsflächen im Baugebiet ein Problem, denn das verteure die Parzellen.

Die aktuelle Planung sieht nun vor, dass 17 Bauplätze an einer Erschließungsstraße entstehen. Auf den mindestens 600 Quadratmeter großen Grundstücken sollen Einzel- und Doppelhäuser in ein- bis zweigeschossiger Bauweise entstehen.

Von Holger Boden

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