LaLeLu begeistert mit „Pech im Unglück“ in der Stadthalle / Zwei Abende ausverkauftes Haus

„Traue nie einem dünnen Koch“

LaLeLu begeisterten am Wochenende in der Wittinger Stadthalle. Das Quartett mit dem gebürtigen Hankensbütteler Tobias Hanf (2.v.l.) trat zweimal vor ausverkauftem Haus auf.

Wittingen. Es gab das Rundumpaket von LaLeLu. Wer sich erst am Samstagabend für einen Konzertbesuch in der Stadthalle Wittingen entschied, der kam zu spät.

Sowohl da als auch am Sonntag hieß es ausverkauft, bis in die Galerie waren die Plätze besetzt, als das Quartett bot, was man für einen kulturell anspruchsvollen Abend braucht. Komik, Gesangskunst, Kabarett und Lebensweisheiten.

„Traue nie einem dünnen Koch“ oder „Frage immer deine Frau, was du tun sollst, aber mach dann was anderes“, gab Sören Sieg dem Publikum mit auf den Weg, nachdem er, der Astronom und Paartherapeut, sich zu den Gästen begeben hatte, um praktische Lebensberatungstipps zu geben. Dort traf er nicht nur auf Bauer Banse, sondern auch auf Jutta, seit 34 Jahren mit ihrem Mann verheiratet. „Zählt man da die Jahre noch?“, fragte Sieg. Kollege Jan Melzer kreierte anschließend „nur für dich, Jutta“ ein Gitarrensolo auf einem aufblasbaren Instrument, täuschend echt per Stimme, a-capella eben. Dem stand Tobias Hanf in nichts nach. Der gebürtige Hankensbütteler simulierte einen Bass, überzeugte auch mit einer echten Querflöte. Nicht nur das gab Sonderapplaus vom begeisterten Publikum. „Alle haben Gesang studiert“, wusste Dr. Erhard Hanf, ehemals im Vorstand des Kulturvereins Hankensbüttel, der die Veranstaltung gemeinsam mit dem Kulturverein Wittingen in die Stadthalle geholt hatte.

„Pech im Unglück“ hieß das Programm, beides wurde thematisiert, ebenso wie der Neid. Denn den kann man immer haben. „Neid ist nicht der Feind, Neid ist die Stimme, die dir sagt, was einem fehlt“, erklärte Sanna Nyman. Man kann sein iPhone verloren haben und dazu noch nicht mehr angerufen werden, man kann keinen Job, keinen Sex und keine Kinder haben, und es wird einem angesehen, oder einem wird schlecht, weil einem anderen übel wird. „Entweder man hat Pech oder die anderen haben Glück“, zitierte das Quartett Laotse. Doch nicht nur Halb-Philosophisches wurde präsentierte, auch Slapstick, Jonglage, Parodie, Satire oder Stimm- und Wortakrobatik hatte LaLeLu im Gepäck.

Als es um die Erfindung des Scatgesangs ging, im Jahr 1512 vom Detmolder Hofzoologen Johann Wilfried Kummerpfote entwickelt, der sich mit der Hasenforschung beschäftigte, überschlugen sich die vier. Es ging ganz sachte los, mit Hasennasen, Hasenbasen oder Hakennasen und steigerte sich bis zu Blaublusenhasen und letztlich zu Blaueblumenvasenhasenbasenbombenbusenschmusehasen, fehlerfrei und mit Melodie. Hanf erinnerte sich noch an den ersten Auftritt von LaLeLu vor Jahren in Hankensbüttel, damals noch vor wenig Publikum. Jetzt tourt das Quartett quer durch die Republik, meist vor ausverkauftem Haus.

Von Burkhard Ohse

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