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420 Tonnen – falls es ganz hart wird in Wittingen

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Von: Holger Boden

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Uwe Kutz (l.), technischer Mitarbeiter des Straßenmeisterei-Stützpunktes, und Behördenleiter Michael Peuke stehen vor 420 Tonnen Streusalz.
Uwe Kutz (l.), technischer Mitarbeiter des Straßenmeisterei-Stützpunktes, und Behördenleiter Michael Peuke stehen vor 420 Tonnen Streusalz. © Boden

Wittingen – Mal wieder kein richtiger Winter? Oder vielleicht doch ein bisschen? Was auch kommt: Der Wittinger Straßenmeisterei-Stützpunkt der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ist vorbereitet.

In der großen Holzhalle an der Celler Straße lagern 420 Tonnen Streusalz.

„Mehr geht auch nicht rein“, sagt der technische Mitarbeiter Uwe Kutz. Mit dieser Maximalmenge starte man stets in den Winter. Das Salz ist eine Lieferung aus Grasleben, Lieferschwierigkeiten gibt es angesichts der geringen Nachfrage der letzten Jahre nicht.

Im milden Winter 2019/2020 verbrauchten Kutz und seine Kollegen nur 136 Tonnen. „Das war nichts“, sagt er – den ganzen Winter habe man nur 17 Einsätze fahren müssen, das sei absoluter Minus-Rekord. Mit 98 Einsätzen sei der Winter 2009/2010 der mit den meisten Fahrten. Normal seien im Schnitt 25 Einsätze in der kalten Saison.

Von Wittingen aus betreuen 16 Straßenwärter und eine Verwaltungskraft rund 180 Kilometer Bundes- und Landesstraßen im Nordkreis (die Kreisstraßen sind Aufgabengebiet der Kreisstraßenmeisterei Knesebeck). Der Standort Wittingen gehört zur Straßenmeisterei Vorsfelde, die wiederum der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Wolfenbüttel zugeordnet ist. Deren Chef ist Michael Peuke. Der Behördenleiter weiß, was seine Leute in Wittingen leisten müssen, wenn Glatteis droht.

Oft kommt die gefährliche Kombination aus Feuchtigkeit und Minusgraden über Nacht – deshalb gibt es eine Rufbereitschaft. Deren Aufgabe ist es, nachts um 1 Uhr ein paar ausgewählte Stellen des Straßennetzes zu überprüfen. Und dann gegebenenfalls den Einsatz auszulösen. In solch einem Fall beginnt um 2.30 Uhr der Winterdienst mit dem Befüllen des Fahrzeugs auf dem Hof des Wittinger Stützpunktes. „Kurz nach 3 Uhr geht es dann raus auf die Straße“, sagt Kutz. Bis 6 Uhr soll der Einsatz in der Regel abgeschlossen sein – das gilt freilich nicht, wenn sich Eisregen oder starker Schneefall nicht an diesen Zeitplan halten.

Gestreut wird nicht einfach mit Salz, sondern mit einer Salzlauge, die am Stützpunkt selbst hergestellt wird. Das feuchte Gemisch haftet besser auf der Fahrbahn, bei reinem Salz bestünde die Gefahr, dass die Körner zum großen Teil von der Straße wehen. Die ausgebrachte Menge lässt sich am Fahrzeug einstellen, zwischen 5 und 40 Gramm pro Quadratmeter. Üblich sind 10 bis 15 Gramm.

Unterstützung für das Streufahrzeug des Stützpunktes kommt von Fremdunternehmen, die im Auftrag der Straßenmeisterei einen Teil der Strecken fahren. Das ist stets eine konzertierte Aktion: „Wenn gestreut wird,“, sagt Kutz. „dann streuen sie alle.“

Die am nächtlichen Winterdienst beteiligten Mitarbeiter sind zwei Wochen pro Monat Teil der Bereitschaft. In den übrigen Monaten gibt es einen solchen Dienst ebenfalls – denn auch bei Unfällen muss ausgerückt werden.

Auch Straßenmeistereien seien von Fachkräftemangel betroffen, sagt Peuke. Und das, obwohl der Beruf krisensicher sei. Er bietet jungen Menschen daher gern die Möglichkeit, „mal reinzuschnuppern“. In Wittingen beschäftige man derzeit zwei Auszubildende, einer von ihnen ein Umschüler.

Gestern ließ sich naturgemäß nicht genau sagen, wie die Nacht werden würde. Kutz ging aber nach einem Blick ins Wetter-Informations-System der Behörde davon aus, dass spätestens an diesem Wochenende der erste Streu-Einsatz gefahren werden muss.

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