Rattengift: Hat Unbekannter Hunde und Katzen im Visier?

Tiere in Wittingen vergiftet

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Betroffene in Betzhorn und Wittingen: Rattengift scheint derzeit an mehreren Orten im Isenhagener Land eine Bedrohung für Haustiere zu sein.

Wittingen. Zufall? Unglückliche Verkettung von Umständen? Oder blanke Absicht, vielleicht sogar serienweise? Einen Tag, nachdem bekannt wurde, dass in Betzhorn eine Dogge an Rattengift verendet ist, meldet der Tierschutz Isenhagener Land drei ähnliche Fälle aus Wittingen.

Laut Tierschutz-Geschäftsführer Rainer Sudbrack sind zwei Hunde und eine Katze betroffen. Die Tiere seien bisher noch am Leben und in tierärztlicher Behandlung, doch ob sie überleben, sei offen. Der Kater hat sein Zuhause in der Barkhausenstraße, die Hunde gehören Haltern in der Kakerbecker Straße und in der Celler Straße.

„In allen drei Fällen ist vom Tierarzt eindeutig eine Vergiftung durch Rattengift diagnostiziert worden“, sagt Sudbrack. Der Veterinär behandele die Fälle mit einem Gegengift. Es sei jedoch „schwierig, die Tiere durchzukriegen“, weil das Gift sehr langsam wirke. Dass Wittingen ein Rattenproblem hat, ist kein Geheimnis. Dass die drei Tiere der offiziellen Rattenbekämpfung zum Opfer gefallen sind, kann aber ausgeschlossen werden.

Laut Andreas Ritter vom Ordnungsamt der Stadt werden die Köder in der Kanalisation ausgelegt, verpackt in Beutel. „Da kommt normalerweise keine Katze und kein Hund ran.“ Bei der Bekämpfung der Schädlinge arbeitet die Stadt mit einem professionellen Dienstleister zusammen.

Es gibt zudem einen Hinweis, dass jemand es gezielt auf Haustiere abgesehen haben könnte: Laut Sudbrack sind in zwei Fällen Fleischreste gefunden worden, von denen die Tiere gefressen haben dürften. Ratten verbluten innerlich durch das Gift. Sudbrack rät Besitzern von Haustieren, auf folgende Symptome zu achten: Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Durchfall, gerötete Bindehaut und leichtes Zahnfleischbluten.

Der Tierschutz-Geschäftsführer ruft darüber hinaus alle Wittinger dazu auf, Rattenbefall der Stadt zu melden. Wer selbst gezielt Köder auslegen wolle, müsse sich an die Regeln halten und nur die dafür vorgesehenen Boxen verwenden. Auch die Polizei verweist darauf, dass man bei der Schädlingsbekämpfung verpflichtet ist sicherzustellen, dass nur die Tiere an den Köder gelangen können, für die er bestimmt ist. Eine Anzeige wegen der drei Wittinger Fälle ist nach Angaben der Polizeiinspektion Gifhorn bisher nicht erstattet worden.

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