Teurer, nicht billiger

Massivbau für Erpensener Feuerwehr – und massive Kritik im Bauausschuss

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(Symbolfoto)
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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Wittingen/Erpensen. War das nun eine unnötige Ehrenrunde – oder ist die Politik lediglich ihrer Sorgfaltspflicht nachgekommen, wenn auch nicht mit dem erhofften Ergebnis?

Darüber gingen die Meinungen im Wittinger Bauausschuss auseinander, wo einmal mehr das Erpensener Feuerwehrgerätehaus auf der Tagesordnung stand. Nun soll bald gebaut werden – wann genau, das ist allerdings noch offen.

Stein oder Stahl, das war zuletzt die Frage. Der Bauausschuss hatte schon im Sommer 2015 für einen Massivbau votiert, der Verwaltungsausschuss (VA) hatte diese Empfehlung dann „eingefangen“ und eine Prüfung der Kosten für eine Stahlhalle als Alternative in Auftrag gegeben. Die damals veranschlagten 425 000 Euro schienen vielen zu hoch, man wollte eigentlich Feuerwehrhäuser in viel niedrigeren Preisklassen bauen.

Ergebnis I: Ein Stahlbau wäre, wie Architekt Arne Deck dem Bauausschuss jetzt vorrechnete, mit 457 000 Euro sogar noch die teurere Variante. Ergebnis II: Weil es inzwischen zu Kostensteigerungen gekommen ist, kostet der Massivbau inzwischen nicht mehr 425 000, sondern 438 000 Euro.

Das brachte Uwe Hoppmann (CDU) auf die Palme: „Wir haben sieben Monate verloren, mit dem Resultat, dass es 13 000 Euro teurer geworden ist.“ Erneut im Bauausschuss über das Projekt abzustimmen, sei Unsinn, das habe man ja schließlich schon getan. Am Ende verweigerte er denn auch seine Zustimmung zum ansonsten einstimmigen Beschluss.

VA-Mitglied Ralf Beyer (Grüne) rechtfertigte das Vorgehen des Verwaltungsausschusses: Angesichts der Kosten hätten „alle gezuckt“, auch im Bauausschuss: „Ich bin froh, dass es bei einem Massivbau bleibt, aber wir wollten prüfen, ob es auch billiger geht.“ Es sei nicht lauter, nun böse Absichten zu unterstellen, und überhaupt sei die CDU im VA ja auch dabei.

Wer dort damals wie gestimmt hat, ist freilich offen – Ergebnisse aus dem Verwaltungsausschuss dürfen kommuniziert werden, das Abstimmungsverhalten nicht. Hoppmann unterstellte Beyer noch „Räubergeschichten“, weil dieser in der betreffenden Bauausschuss-Sitzung gar nicht dabei gewesen sei, dann gab es noch ein verbales Scharmützel über die Sinnhaftigkeit eines erneuten Votums (für das sich schließlich auch Stimmen aus der CDU erhoben) – und schließlich brachte der Bauausschuss einmal mehr den Erpensener Massivbau auf den Weg.

Die Verwaltung hofft nun auf möglichst schnelle Ausführung, allerdings muss vorher die Baugenehmigung vom Landkreis vorliegen: „Wenn ich die habe, können wir uns über einen Baubeginn unterhalten“, sagte Deck. Ein städtischer Arbeitskreis soll – wie bei der Stadthalle – die Kostenkontrolle im Blick haben. Hermann Lahmann (CDU) ging davon aus, dass die Feuerwehr auch Eigenleistungen beisteuern werde.

Zuallererst muss allerdings noch eine weitere Hürde genommen werden: Der VA muss die neue Ausschuss-Empfehlung noch einmal bestätigen.

Von Holger Boden

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