Taufe für „elendige Landratten“

Mit dem Schlauchboot reiste König Neptun über den Badeteich zur Taufe an.

Knesebeck - Von Jürgen Kayser. Der Herr der Meere entstieg am Sonnabend nicht etwa den flach plätschernden Wellen des Knesebecker Strandbades, sondern Neptun ließ sich im Schlauchboot über den „Badeteich“ rudern. Von den Kindern begeistert empfangen, genoss der Meeresgott – alias Heinz-Ulrich Kabrodt – sichtlich das Bad in der Menge, bevor er seines Amtes waltete.

Zehn „elendige Landratten“ hatte er zu taufen. Von flinken Häschern ergriffen und mit Rasierschaum kräftig eingeseift, so knieten die Täuflinge schließlich vor dem Herrscher, um nach einem kräftigen Trunk selbst gebrauten Ozeantropfens in Neptuns Reich aufgenommen zu werden – Schwerstarbeit auch für seine Helfer und die algengrünen Meerjungfrauen, die dem Potentaten assistierten und die ihm die Tauf-Urkunden reichten.

Zu verbrieften Untertanen des Meeresgottes avancierten Franziska Olschewski, Justin Godwald, Jenny Jördens und Co. Alle wollen im kollektiven Gedächtnis behalten, was sie verbindet und was sie Schwarz auf Weiß mit nach Hause nahmen: Nämlich das Diplom, das sie als Täuflinge im Knesebecker „Badeteich-Einwohnermeldeamt“ als „alberne Auster“, „quirlige Krabbe“ und „quietschende Qualle“ eingetragen sind. Nach der spektakulären Zeremonie und dem Eid, der zungenbrechend mit „blubbalablub“ endete, stürzte sich Neptun mit seinen Untertanen ins erfrischende Nass.

Eine bunte Mischung aus Spiel und Spaß rund um das Wasser hatte es sein sollen, mit der das diesjährige Strandfest und das 75-jährige Bestehen des Strandbades en passant gefeiert werden sollte, erklärte der Fördervereinsvorsitzende und Knesebecker Ortsbürgermeister Kabrodt. Und die war's auch.

Mit im Boot des 2006 gegründeten Fördervereins Strandbad Knesebeck, dem Initiator des Strand-Festes, saß die Jugendförderung der Stadt Wittingen mit „Chef-Nixe“ Anke Falkuß und ihren vier Seejungfrauen an der Spitze, die Neptuns Auftritt vorbereitet hatte. Mit von der Partie war natürlich auch Monika Nacke mit ihrem Team von der Knesebecker Strandperle.

Nugget-Tauchen, Schlauchbootrennen und weitere sportliche Disziplinen folgten im Programm. Sponsoren hatten Preise gestiftet. Kai Kusmenko, Sieger im Arschbomben-Wettbewerb, freute sich über einen Fußball. Wer meinte, wie ein nasser Sack ins Wasser plumpsen zu können, der hatte die Rechnung ohne Heike Lampe gemacht. Die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins bewertete die Wasserfontäne beim Eintauchen nach ihrer Höhe und nach der Eleganz des Sprunges mit A- und B-Note. Sportlich eben.

„Es war ein schönes Fest, das größere Beteiligung verdient hätte“, waren sich die Aktiven des Fördervereins einig, die das Strandbad erhalten und gestalten wollen.

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