Viel Stimmung und Bewegung beim Wittinger Oktoberfest am Samstagabend

Auf der Tanzfläche und den Tischen

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Diese Damen demonstrieren es: Trachten gehören bei einem Oktoberfest einfach dazu.

Wittingen. Und sie düsten, düsten, düsten, düsten im Sauseschritt, flogen wie die Flieger, ruderten nach links, nach rechts, nach vorne und nach hinten und warfen das Lasso aus und spielten Cowboy und Indianer, alles allerdings im Dirndl. Von Burkhard Ohse und Hans-Jürgen Ollech

Am zweiten Abend des Wittinger Oktoberfestes war mächtig Stimmung im Festzelt an der Celler Straße.

AllGeier, die Band aus dem Vorallgäu, ließ nichts aus und lockte die Gäste permanent auf die Tanzfläche. Selbst schonten sich die Musiker nicht, es gab nur ganz wenige kaum merkbare Päuschen, die mit DJ-Musik überbrückt werden mussten. Aber auch die Gäste hatten genug Energie mitgebracht und feierten, was der Körper hergab. Mittendrin und keineswegs im Ruhestand ein Ehepaar, das gemeinsam auf runde 180 Jahre Lebenszeit zurückblicken konnte und ebenfalls nicht von der Tanzfläche zu bekommen war.

Von der Jugend bis eben kurz vor dem vollendeten Jahrhundert waren somit alle Generationen vertreten. Gemeinsam, als Solisten oder in der Gruppe, auf den Tischen, den Bänken oder in der Polonäse – die Gäste waren den ganzen Abend auf den Beinen.

Die meisten Damen waren zünftig im Dirndl gekleidet, wenn auch so manche Besucherin nicht die Regeln der Position des Schürzenknotens einhielt, der etwas über den Familienstand der Trägerin aussagt. Die Herren hatten sich in lederne Schale respektive Lederhosen geworfen und das Karohemd aus dem Schrank geholt.

Und das Ende des sich Schön- und Zurechtmachens war beim Eintritt ins Zelt noch nicht erreicht. Gegen eine Spende für den Kindergarten Pusteblume konnten die Gäste noch eins draufsetzen. Denn es gab Tattoos nach Wunsch. „Allerdings nur für eine Woche“, verriet eine Wagemutige – es handelte sich um Airbrush-Tatoos mit begrenzter Haltbarkeit, was die Entscheidung für diesen Körperschmuck erleichterte.

An den Tischen, sofern man nicht gerade auf den Bänken stand, labten sich die Besucher mit bayrischer Kost. Schweinshaxe, Leberkäs, Spießbraten, Weißwurst und Laugenstangen schufen die Grundlage für die eine oder andere Maß. Dazu gab es auch die weniger prozentige Radlervariante oder am anderen Ende der Fahnenstange die typisch-bayrischen Obstler.

Enttäuschend war die Resonanz auf die Brotzeit am Samstag – trotz freien Eintritts. Noch zur späten Mittagszeit spielte der Musikzug Hankensbüttel vor nicht einmal einem Dutzend Zuhörern.

Von Burkhard Ohse und Hans-Jürgen Ollech

Impressionen vom Wittinger Oktoberfest

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