Helfer finden Arbeit – das freut die Vorsitzende, die wieder einmal Mitarbeiter suchen muss

Die Tafel als Sprungbrett

Bei der Wittinger Tafel gibt es viel zu tun: Für manchen kann sich die Mitarbeit auch zum Sprungbrett in den ersten Arbeitsmarkt erweisen, sagt die Vorsitzende Laura Osterloh-Gailliaert (M.). Foto: Archiv/Boden
+
Bei der Wittinger Tafel gibt es viel zu tun: Für manchen kann sich die Mitarbeit auch zum Sprungbrett in den ersten Arbeitsmarkt erweisen, sagt die Vorsitzende Laura Osterloh-Gailliaert (M.).
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
    schließen

Wittingen. Bei der Wittinger Tafel gibt es Essen. Und viel zu tun. Und wer sich dort als Arbeitsloser für seine Schicksalsgenossen engagiert, dem können sich mitunter ganz neue Perspektiven öffnen:

„Wir sind schon seit längerer Zeit ein Sprungbrett in den ersten Arbeitsmarkt“, sagt die Tafel-Vorsitzende Laura Osterloh-Gailliaert.

Nach ihren Angaben haben seit 2009 mehr als 70 Menschen diesen Schritt geschafft, nachdem sie vorher bei der Tafel Lebensmittel sortiert, transportiert oder ausgegeben haben. Osterloh-Gailliaert ist stets bemüht, ihren Mitarbeitern, die einen Job suchen, dabei zu helfen: „Ich lasse mir die Bewerbungsunterlagen zeigen und berate die Bewerber, und über die Mitarbeit bei uns gibt es auch ein Zeugnis.“

Für gleich drei noch recht junge Mitarbeiter des Tafel-Teams hat das kürzlich zum Erfolg geführt: Laut Osterloh-Gailliaert haben zwei Frauen und ein Mann „zwischen 25 und 30 Jahren“ Arbeit gefunden. Sie stammen aus dem Wittinger Stadtgebiet, die beiden Frauen fangen bei einem Pflegedienst an, der Mann in der Telekommunikationsbranche. „Sie haben als Ein-Euro-Kräfte angefangen und sind dann ehrenamtlich dageblieben“, freut sich die Vorsitzende und lobt das Trio für sein Engagement – welches dann wohl auch mitentscheidend für den Bewerbungserfolg war: „Sie waren zuverlässig, fast nie krank und haben gezeigt, dass sie arbeiten wollen.“

Die Kehrseite der Medaille: Dass die drei langjährigen Stammkräfte (zwei, zwei und fünf Jahre dabei) künftig fehlen, reißt ein Loch in die Personalplanung der Tafel-Vorsitzenden: „Ich freue mich für die Drei“, sagt Osterloh-Gailliaert, „gerade weil es junge Menschen sind. Andererseits müssen wir das jetzt erstmal kompensieren.“

Die Tafel steht also wieder einmal vor der Situation, um zusätzliche Helfer werben zu müssen. Rund 20 gehören derzeit zum Team – was laut Osterloh-Gailliaert knapp bemessen ist, weil die Arbeit gerade wächst. Wenn in Hankensbüttel eine Zweigstelle öffnet, muss in Wittingen auch dafür sortiert werden. Von Dienstag bis Freitag gibt es daher jeden Tag – nicht nur an Ausgabetagen – in den Tafelräumen an der Kleinen Wallstraße etwas zu tun.

Auf dem Papier sind der Tafel sechs Ein-Euro-Jobber zugewiesen, faktisch gibt es derzeit aber laut Osterloh-Gailliaert nur deren drei. Offen ist, wie es in dieser Hinsicht ab Januar aussieht, denn die Zuweisung erfolgt stets für ein halbes Jahr, mit der Option auf weitere sechs Monate Verlängerung. Wie viele Kräfte sie in dieser Hinsicht zur Verfügung hat, ist für die Vorsitzende also stets schwer abzuschätzen.

Zudem werden Helfer zugewiesen, die von Gerichten zu Sozialstunden verurteilt worden sind. Auch das ist kaum planbar. Osterloh-Gailliaert beziffert die Zahl solcher Mitarbeiter auf acht bis zehn pro Jahr, allerdings variieren die Stunden, die sie zu leisten haben, sehr stark: „Das können 30 sein, das können mehr als 1000 sein.“

Ein ehrenamtlicher Stamm ist daher essenziell, um die nach wie vor rund 1300 Kunden versorgen zu können. Wer helfen will, meldet sich bei Osterloh-Gailliaert unter (05831) 992816.

Von Holger Boden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare