Tafel fürchtet um Bestand

Steffi Mühlbach (l.) und Linde Nikolaizik sind in Sorge um den Fortbestand der Wittinger Tafel.

Wittingen - Von Holger Boden. Die Wittinger Tafel funkt SOS. „Wir haben langsam Angst, dass wir zumachen müssen“, sagt Schatzmeisterin Linde Nikolaizik.

Derzeit laufen dem Verein offenbar die Kosten davon. Die Räumlichkeiten und das angeschlossene Kalthaus an der Achterstraße kosten im Monat laut Nikolaizik rund 520 Euro Miete, hinzu kommen (steigende) Nebenkosten für Energie und anderes. Außerdem entstehen Spritkosten durch den Transport von Lebensmitteln. Insgesamt, so die Kassenwartin, habe die Tafel feste Kosten von monatlich rund 700 Euro.

Feste Einnahmen fehlen hingegen. Es gibt keine regelmäßigen Zuschüsse, der Verein ist auf Spenden angewiesen und auf den Eigenbeitrag der Bedürftigen, der am 15. September auf 2 Euro pro Person (Kinder 50 Cent) erhöht worden ist.

„Das ist für die armen Leute schon viel Geld“, weiß die Tafel-Vorsitzende Steffi Mühlbach. Man schöpfe mit diesem Beitrag den Rahmen, der vom Bundesverband vorgegeben wird, aus. „Eine Tafel, der es finanziell besser geht, kann weniger nehmen.“ Die Vorsitzende betont aber auch, dass andernorts oft fertig gepackte Pakete ausgegeben werden – in Wittingen dagegen könne der Tafel-Kunde selbst die Auswahl treffen.

200 Familien sind es laut Mühlbach inzwischen, die regelmäßig Lebensmittel bei der Wittinger Tafel holen. 30 Prozent von ihnen seien bei jedem Ausgabetermin da, darunter viele Rentner. Die Zahl der Kinder, die regelmäßig auf Waren der Tafel angewiesen sind, beziffert die Vorsitzende auf rund 100.

Die 15 aktiven Mitarbeiter seien zu drei Vierteln selbst zu den Bedürftigen zu zählen, sagt Nikolaizik. Viele von ihnen würden trotzdem mitunter aus eigener Tasche für die Tafel spenden. Mittwochs und sonnabends, an den Ausgabetagen, „arbeiten die Helfer von morgens bis abends ehrenamtlich durch“, sagt Mühlbach.

Im Vorstand hofft man nun inständig darauf, dass sich wieder mehr Spender finden, die den Helfern der Ärmsten helfen. „Wir hatten dieses Jahr noch keine Großspenden aus der Wirtschaft“, berichtet Nikolaizik. Im letzten Jahr habe man sich noch über größere Zuwendungen großer Unternehmen aus der Region freuen können.

Am hilfreichsten, im Sinne der Planbarkeit, wären für die Tafel natürlich regelmäßige Spenden. Doch auch Einzelspenden, Geld oder Sachen, sind willkommen. Zum Winter hin wird jahreszeitlich geeignete Kleidung gebraucht, auch Spielsachen werden gern entgegen genommen. Die Abgabe kann mittwochs und sonnabends zwischen 9.30 und 11.30 Uhr erfolgen.

Für Geldspenden gibt es das Spendenkonto 33366201 bei der Volksbank Wittingen-Klötze, BLZ 25761894.

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