Wittinger Einrichtung braucht dringend Geldspenden und ehrenamtliche Helfer

Tafel droht Finanz-Kollaps

Wittingen. Die Wittinger Tafel steht vor einer ungewissen Zukunft. Angesichts steigender Kosten und nur geringer Spendeneinnahmen habe sich die finanzielle Situation dramatisch zugespitzt, erklärten die Vorsitzende Laura Osterloh und ihr Stellvertreter Thomas Finnern gestern im IK-Gespräch.

„Wenn es so weitergeht, wäre der schlimmste Fall die Schließung der Wittinger Tafel“, sagte Osterloh. Sollte sich die Finanzlage nicht verbessern, „können wir uns noch bis Ende des ersten Quartals 2014 halten“, erklärte Finnern. Danach werde es „ganz eng“. Was die Tafel aktuell dringend brauche, seien Geldspenden und ehrenamtliche Helfer.

Wie prekär die Lage ist, verdeutlichte Osterloh. Es falle der Tafel schwer, am Anfang eines jeden Monats für das Jobcenter in Vorleistung zu treten und den Ein-Euro-Kräften das ihnen zustehende Entgelt zu überweisen. Zudem müsse die Tafel demnächst mehr als 2000 Euro für Reparaturen und TÜV ihres Fahrzeugs sowie für Schädlingsbekämpfungen aufwenden.

Auch die monatliche Zahlung an den Energieversorger LSW für Gas und Strom mache der Tafel zu schaffen. Nicht zuletzt benötige man ein neues gebrauchtes Kühlfahrzeug. Die „eiserne Reserve“ der Tafel beträgt laut Osterloh nur 3000 Euro, der aktuelle Kontostand etwa 429 Euro. Doch weil die Spendenbereitschaft der Bürger „fast auf dem Nullpunkt“ angekommen sei, werde das Überleben der Tafel immer schwieriger.

Das stark gesunkene Spendenaufkommen führt Osterloh auf unwahre Gerüchte zurück, die über die Tafel verbreitet worden seien. Diese sei aus persönlichen Motiven in Misskredit gebracht worden. „Gegen uns ist eine Hetzkampagne gelaufen“, bedauerte die Vorsitzende.

Landrätin Marion Lau sagte der Wittinger Tafel ihre Unterstützung zu. Zwar könne der Landkreis keine Mittel gewähren, doch will Lau ihre Kontakte nutzen, um Zuschussgeber zu vermitteln. Überdies will die Landrätin mit der LSW über die Bezahlung der Rechnungen verhandeln. „Die Wittinger Tafel ist mehr als notwendig, weil der Bedarf immer größer wird“, sagte Lau und dankte allen Spendern und Helfern. Ihr Appell: „Es lohnt sich, weiterhin in diese Tafel zu investieren, denn das kommt den Menschen und speziell den Kindern zugute.“

Wer die Wittinger Tafel unterstützen möchte, kann sich an Osterloh unter (01 77) 7 02 57 49 wenden, dienstags und freitags von 9 bis 17 Uhr auch unter (0 58 31) 99 28 16. „Würde jeder zehnte Einwohner aus Wittingen uns nur einen Euro im Monat spenden, kämen wir schon zurecht“, erklärte Finnern.

Von Bernd Schossadowski

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