Wittingen: Kosten steigen / Hoffnung auf Zuschüsse der Kommunen

Tafel benötigt mehr Geld

Die Vorsitzende Laura Osterloh und der Kassenwart Heinz Funke vor dem aktuellen Transportfahrzeug der Tafel. Foto: Boden

Wittingen. Schultüten für ABC-Schützen aus bedürftigen Familien. Zweimal pro Woche Lebensmittel für bis zu 470 Personen. Hausbesuche bei älteren, ärmeren Menschen, die nicht mehr mobil sind.

Dazu ein „Tafel-Garten“ in Planung, der die Kunden bei der Selbstversorgung unterstützen soll. Bei der Wittinger Tafel ist richtig Bewegung drin, seit die Vorsitzende Laura Osterloh den Verein umgekrempelt hat.

Doch mit ihrem Kassenwart Heinz Funke macht Osterloh jetzt öffentlich darauf aufmerksam, dass die Arbeit der Tafel vor allem in finanzieller Hinsicht kein Selbstgänger ist – und sieht in nächster Zeit vor allem auch die Politik gefragt.

„Unsere wöchentlichen Einnahmen aus dem Eigenbeitrag der Kunden und die regulären Spenden reichen nicht“, rechnet Funke vor. Die bisherigen Ausgaben im Jahr 2011 in Höhe von rund 20 000 Euro könne man so eben decken, weil allein durch die Spende aus dem Lions-Projekt „Run for help“ (das IK berichtete) 10 000 Euro an die Tafel geflossen seien. Ein Sondereffekt, der sich nicht planen lässt.

Doch Planbarkeit brauche man, sagt Osterloh. Die Tafel versorge, Stand gestern, 283 Bedarfsgemeinschaften mit insgesamt 476 Personen, darunter 202 Kinder. Als Osterloh die Führung im Dezember letzten Jahres übernahm, seien es 40 Bedarfsgemeinschaften gewesen.

Eine riesige, wichtige Aufgabe, die die Tafel da für die Gesellschaft schultert. Doch regelmäßige Zahlungen durch die öffentliche Hand gibt es bislang nicht, allenfalls Geld aus Stiftungen, auf Antrag. Osterloh hofft nun, dass die Lokalpolitik sich in den anstehenden Haushaltsberatungen für 2012 zu regelmäßigen Zuschüssen durchringen kann.

Dabei geht der Blick nicht nur nach Wittingen, sondern auch nach Hankensbüttel. 160 Bedarfsgemeinschaften versorge die Tafel in der Brauereistadt, und immerhin 90 seien es in der Samtgemeinde Hankensbüttel. 10 Haushalte von Senioren im Luftkurort versorgt Osterloh nach eigenen Angaben per Fahrdienst, weil die alten Leute es nicht mehr nach Wittingen schaffen. 15 Bedarfsgemeinschaften, die bei der Tafel angemeldet sind, kommen aus der Samtgemeinde Brome, 10 aus Bad Bodenteich, 8 aus Diesdorf.

Die Mitarbeiter der Tafel bringen sich ehrenamtlich für die Bedürftigen ein. Doch Kosten entstehen auf vielfältige Weise: Weil die Zahl der Tafel-Kunden explodiert ist, reichen die gespendeten Lebensmittel aus der Region nicht mehr aus. Osterloh und ihre Leute müssen Ware zukaufen, mindestens einmal im Monat wird ein Transport aus Bremen geholt – Lebensmittel, für die es dank guter Kontakte zur dortigen Tafel gute Konditionen gibt. Die Vorsitzende wirbt daneben regelmäßig zusätzliche Sachspenden bei betrieben in der Region ein, zuletzt konnte sie eine 300-Kilogramm-Spende bei Nordzucker akquirieren.

Kosten verursachen auch Miete und Energie. Ein jährliches Fixum der öffentlichen Hand für solche Posten wäre wünschenswert, findet Funke, der sein Amt von der kürzlich in einer Mitgliederversammlung entlasteten Sieglinde Nikolaizik übernommen hat.

Hinzu kommt der Transport. Die Tafel benötigt dringend ein Kühlfahrzeug, das die gewachsenen Warenmengen bewältigen kann. Den Winter über soll noch mit dem vorhandenen Wagen und Kühlboxen gearbeitet werden, zum Frühjahr soll eine Lösung her. Gebraucht wird ein Fahrzeug der Kategorie VW Bus.

Einige Firmen haben dafür laut Osterloh bereits zweckgebundene Beträge gespendet, parallel will sie wieder Anträge an Banken und Stiftungen stellen – und hofft auf weitere Spenden von Unternehmen oder aus der Bevölkerung für die große Anschaffung.

Spendenkonto bei der Volksbank Wittingen-Klötze, BLZ 257618 94, Konto: 33366201.

Von Holger Boden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare