Ort will Raser auf Bundesstraße 244 bremsen

Suderwittingen kauft eigene Tempo-Tafel

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Ortsvorsteher Carsten Dreblow ist häufig nicht amüsiert über das Tempo, mit dem Fahrzeuge durch seinen Ort rollen. 

Suderwittingen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit ist mit 50,4 Stundenkilometern eigentlich ganz okay, und „nur“ 15 Prozent der Fahrzeuge waren mit 60 Sachen oder schneller unterwegs – alles in Butter also auf der B 244 in Suderwittingen?

Nicht wirklich, meint Ortsvorsteher Carsten Dreblow, der jetzt die Auswertung von insgesamt fast sieben Wochen Tempomessung in seiner Ortsdurchfahrt vorliegen hat. Die Bewohner des Dorfes fühlen sich von Rasern gefährdet – und der Ort will nun als Erster im Stadtgebiet ein eigenes Tempomessgerät kaufen.

„Die Durchschnittsgeschwindigkeit dürfte noch etwas höher sein als hier ermittelt, weil die Einbieger von den beiden Nebenstraßen Schloßhof und Dieckgärten jeweils mit erfasst wurden“, meint Dreblow mit Blick auf die Messergebnisse, die vom 28. September bis 6. November und dann vom 6. bis 14. November an zwei Standorten an der B 244 erhoben wurden. Insgesamt wurden dabei fast 100 000 Fahrzeuge erfasst.

Letztes Jahr gab es laut Dreblow zwei Unfälle in der Ortsdurchfahrt. Die nun erfolgten Messungen zeigen zudem, dass mancher Verkehrsteilnehmer innerhalb von Suderwittingen auf 110 km/h kommt. Auf Geschwindigkeitsüberwachung durch die Polizei, die dann auch in Bußgelder mündet, macht sich Dreblow keine großen Hoffnungen.

Eine eigene Messtafel, die jedem anzeigt, wie schnell er ist, soll nun zumindest einen Teil des Verkehrs herunterbremsen. Dreblow hat im Zuge der erfolgten Messungen mehrfach beobachtet, dass das durchaus in den allermeisten Fällen funktioniert. Das sei „der wichtigste Erfolg der Mess- und Anzeigetafeln“ – und deshalb soll jetzt mit dem Kauf eines eigenen Instruments eine Anregung aus der Gemeindeabrechnung in die Tat umgesetzt werden: „Das ist ein Anliegen des Ortes, absolut.“

Die Tafel wird zirka 1.800 bis 2.000 Euro kosten, dazu müssen noch ein paar Details zur Stromversorgung geklärt werden. Das nötige Geld sei in der Suderwittinger Gemeinschaftskasse vorhanden.

Von Holger Boden

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