Suche nach wirtschaftlichem Nutzen

Nach Meinung des OHE-Fördervereins liegt es nahe, den Güterverkehr von Glunz und Wiesensee auf die Schiene zu verlegen. Fotos: Kayser

Zicherie. „Erdöl wird knapper, das Benzin teurer. Autoabgase schädigen Klima und Gesundheit der Menschen. Der Straßenverkehr und die Gütertransporte sind drastisch angestiegen.“ Diese Argumente führt der „Förderverein Ohretalbahn“ vorrangig ins Feld, wenn er ein flächendeckendes Schienennetz für die Region auszubauen fordert.

„Wichtig ist uns auch, eine sozial- und umweltfreundliche Preispolitik für den öffentlichen Verkehr“, war bei der Jahreshauptversammlung am Freitagabend im Hotel Hubertus in Zicherie von den Mitgliedern übereinstimmend zu hören. Vereinsvorsitzender Manfred Michel und Mitstreiter sind sich einig: Wenn die stillgelegte und zu reaktivierende Trasse der OHE von Wittingen bis Radenbeck eine Zukunft haben soll, dann muss nach einer wirtschaftlichen Nutzung gesucht werden und über Fördermittel nachgedacht werden, „um die drohende Entwidmung der Ohretalbahn mit anschließendem Verkauf zu verhindern.“

Michel: „Es liegt doch nahe, den Güterverkehr der Glunz AG und die Transporte des Betonwerks Wiesensee verstärkt auf die Schiene zu verlegen, um die Region und die betroffenen Ortschaften von massiven Gütertransporten auf der Straße zu entlasten und um die Trasse zu erhalten.“ Der Förderverein schätze ein, dass die Reaktivierung der Strecke durch öffentliche Gelder des Bundes (Gleisanschluss-Förderrichtlinie) bis 2012 befristet gefördert werden könne, hieß es. Daneben seien finanzielle Mittel aus dem Europäischen Strukturfond für regionale Entwicklung (EFRE) verfügbar. Das Land Sachsen-Anhalt habe in der so genannten EFRE Prioritätsachse 3 den Förderschwerpunkt eindeutig auf Schienengüterinfrastruktur gelegt, hieß es. Dafür stünden insgesamt 258 Millionen Euro zur Verfügung, sagte der Vorsitzende. Michels hält es für sinnvoll, alle Personen, Betriebe, Institutionen, die an der Ohretalbahn Interesse hegten, an einen Tisch zu holen.

Der Gifhorner stellte am Freitag ein entsprechendes „Strategiepapier“ ( im Entwurf) und die hochrangige Gesprächsrunde vor: Darunter Vertreter der Stadt Wittingen, des Landkreises Gifhorn, des Altmarkkreises Salzwedel, Regionalentwickler, den OHE-Betriebsleiter sowie die verantwortlichen Leiter des betrieblichen Transportwesen und andere Teilnehmer. Die Stadt Wittingen soll zu dieser Runde einladen und die Gesprächsführung übernehmen. Friedrich Lührs, der Vorsitzende des Landwirtschafts- und Verkehrsausschusses Wittingen, war bei beim Jahresrückblick ein aufmerksamer Zuhörer und Diskutant.

Von Jürgen Kayser

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