Die Suche nach einem Konsens

Wittingen. Noch gibt es Chancen für eine Ganztagsschule an der Wittinger Grund- und Hauptschule. Vertreter von Politik, Verwaltung und Elternschaft haben am Montagnachmittag zwei Stunden lang mit dem Kollegium über das Vorhaben diskutiert, das von der Schule zuletzt als nicht realisierbar abgelehnt worden war (das IK berichtete).

Das Projekt sei „nicht beerdigt worden“, sagte der Erste Stadtrat Peter Rothe auf IK-Nachfrage. Allerdings sei die Skepsis des Kollegiums „spürbar“ gewesen. Von Seiten der Lehrer kam auch Kritik am offenen Brief der Elternvertretung, in dem diese die Haltung der Lehrerschaft stark kritisiert hatte. Letztlich habe aber, so Rothe, die Suche nach einem Konsens im Vordergrund gestanden. Die Stadt warte nun auf eine konkrete Aufstellung dessen, was die Schule in den Bereichen Personal und finanzielle Ausstattung als notwendig erachte: „Das muss die Schule jetzt auf den Punkt bringen.“.

Der stellvertretende Schulleiter Peter Herrmann sagte gestern, dass in einer schulinternen Dienstbesprechung gestern Nachmittag ein Fazit mit allen Kollegen gezogen werden sollte. Man habe für die Stadt ein „umfangreiches Paket“ an Anforderungen: „Wenn das alles erfüllt werden kann, dann sehe ich gute Chancen. Aber das Kollegium muss dahinter stehen.“ Heißt: Erst wenn die Stadt den Katalog der Schule abgesegnet hat, wird sie vom Kollegium wohl dessen endgültige Zustimmung bekommen.

Derweil zeichnet sich eine zweite Baustelle im Verhältnis zwischen Stadt und Schule ab: Dass der Sozialausschuss kürzlich dafür votierte, die Hausaufgabenbetreuung künftig an die Schulen abzugeben, stößt an der GHS auf keine Begeisterung. Dass dies Sache der Schule sein solle, findet Herrmann „ein bisschen skurril“: „Hausaufgaben sind Hausaufgaben.“ Eine Betreuung könne vielleicht durch andere Anbieter stattfinden, nicht aber durch die Schule selbst. Der stellvertretende Schulleiter betonte einmal mehr, dass die Schule aus personellen Gründen einen Ganztagsschulbetrieb oder einzelne Nachmittagsangebote nicht aus eigenen Kräften leisten könne.

Herrmann hat in Schulelternratssitzungen den Eindruck gewonnen, dass der Bedarf der Eltern in erster Linie im Bereich einer wie auch immer gearteten Betreuung zu suchen ist. Die Schule, so der Konrektor, habe eigentlich ganz andere Aufgaben. Wenn aber mehr gewollt sei, dann müsse der Gesetzgeber die finanziellen Voraussetzungen schaffen.

Von Holger Boden

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