Wendland Sinfonie Orchester zeigt unter Dirigat von Friedrich Praetorius überzeugende Leistung in Wittingen

Stürmischer Beifall an stürmischem Abend

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Das Wendland-Sinfonie-Orchester überzeugte mit einem ebenso unterhaltsamen wie spannenden und interessanten Konzert in der Wittinger Stadthalle. 

mi Wittingen. Einen größeren Gegensatz hätte man sich kaum vorstellen können beim Neujahrsauftritt des Wendland-Sinfonie-Orchesters in der Wittinger Stadthalle. 

Auf der einen Seite der kühle Januarabend mit Wind und Sprühregen auf matschbedeckten Wegen vor der Tür – und dann, im warmen Licht der Wittinger Stadthalle, angeregt plaudernde Menschen, die verstummen und schließlich in Beifall ausbrechen, als das Orchester die Bühne betritt.

Es ist in Wittingen seit mehr als zwei Jahrzehnten guter Brauch, den Neujahrsauftritt des Wendland-Sinfonie-Orchesters zu besuchen. Wieder einmal waren es die Kulturvereine Hankensbüttel und Wittingen, die das erste große Ereignis im Programm des Jahres mit viel Können und Einsatz vorbereitet hatten und als Gastgeber glänzten.

Stefanie Barnieske

Die Vorsitzende des Wittinger Vereins, Stefanie Barnieske, bedankte sich in ihrer Begrüßung bei den Sponsoren, die erneut dazu beigetragen haben, dass ein solches Konzert überhaupt in diesem Rahmen möglich ist. Doch vor allem ihr und ihren Mitstreitern gebührte das Lob, erneut für einen kulturellen Lichtpunkt in Wittingen gesorgt zu haben. Barnieske hob in ihrem Grußwort zwei Akteure hervor, die ganz besondere Akzente an diesem Abend setzen sollten: Das war zum einen der Dirigent Friedrich Praetorius, ganze 21 Jahre alt, der mit angemessener Gestik und durchaus temperamentvollem Dirigat das Ensemble zu durchweg überzeugenden Leistungen führte. Er besitzt die Präsenz vor dem Orchester, die zur Aufmerksamkeit geradezu zwingt, wenn nötig mitreißt oder auch besänftigt, wenn mit einem Musiker mal das Temperament durchzugehen droht.

Nicht nur ein Vor-Namensvetter und Gleichaltriger ist der Cellist Friedrich Thiele, der bereits technisch perfekt wie auch musikalisch hochbegabt ist und in seiner ganzen Art und Gestik ein Publikum begeistern kann. Das Cellokonzert von Dimitri Schostakowitsch bot ihm in seinen vier Sätzen die Literatur, mit deren Hilfe er sein ganzes Können präsentieren konnte. Was ihm zur Begeisterung der Besucher blendend gelang.

Diese, vor allem solistische, Darbietung war der Höhepunkt eines Konzertes in drei Abschnitten, das von der Tannhäuser-Ouvertüre Richard Wagners bis zur Sinfonie in d-Moll des César Franck reichte und somit auch Musik umfasste, die – nicht so häufig gespielt – auch Musikhistorisches bot. Lehrreich war der Abend in der Stadthalle zweifellos, doch darüber hinaus spannend und auf sehr angenehme Weise unterhaltend. Es ist wohl dem miesen Wetter geschuldet, dass einige Plätze frei blieben. Wer gekommen war, hatte Grund zu stürmischem Beifall.

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