Wittinger Bauausschuss: Photovoltaik weder am Hafen noch an der DB-Strecke

Strom-Macher blitzen ab

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Freiland-Photovoltaik kommt in der Wittinger Politik nicht gut an.

Wittingen. Der Wittinger Bau- und Umweltausschuss und die Freiland-Photovoltaik – keine Liebesbeziehung. Zwei von Energieunternehmen beantragte Projekte hat das Gremium in seiner Sitzung gestern Abend im Rathaus abgelehnt.

So gab es ein einstimmiges Nein zu dem Vorhaben an der DB-Strecke zwischen Wittingen und Stöcken. Hatte man in der Sitzung im April eine Entscheidung noch vertagt, um „auf den ZGB zu warten“, so waren die Voraussetzungen inzwischen klarer: Nach Mitteilung des Zweckverbandes, so hieß es in der Beschlussvorlage für den Ausschuss, stehe einer Realisierung des Vorhabens an der Bahnlinie nichts im Wege, es gebe keine raumplanerischen Bedenken.

Zudem war in der letzten Sitzung argumentiert worden, dass man das Solarkataster des ZGB abwarten solle. Inzwischen ist auch dem Ausschuss bewusst: Das Kataster wird nur für Dach-Anlagen erstellt und nicht für Freiland-Projekte.

Zeit für Klartext also. Hans-Jürgen Schindler (SPD) bezog als erster Stellung: „Ich halte überhaupt nichts davon, unsere Landschaft zu verschandeln, nur weil es dafür Subventionen gibt.“ Michael Heidemann (CDU) war wegen des Verbrauchs landwirtschaftlicher Fläche („die Pachtpreise steigen stark“) ebenfalls dagegen.

Klaus Palluck (FWG) fand es angesichts der Grundstimmung im Ausschuss an der Zeit, gegenüber dem Investor eine klare Aussage zu treffen: „Das wäre nur fair.“ Der Ausschuss hatte das Thema im Februar und März schon zweimal vertagt.

Das Votum gegen das Projekt war dann genauso eindeutig wie das gegen ein Vorhaben im Hafengebiet. Die Sybac Solar AG hatte Flächen nördlich und östlich des Strabag-Geländes ins Auge gefasst, um dort auf etwa neun Hektar Freiland-Photovoltaik zu installieren.

Die Diskussion über den Antrag des Unternehmens dauerte nicht lange: Der Hafen sei für die Ansiedlung von Betrieben geplant worden und nicht für Photovoltaik, befand der Ausschussvorsitzende Hans-Heinrich Koch (SPD). Der Rest des Ausschusses sah das genauso, Hermann Lahmann (CDU) wollte „die Flächen nicht verbraten“.

Von Holger Boden

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