Polizei Gifhorn: Funsport-Geräte nur auf Privatgelände fahren – sonst droht Ärger

Nix für den Straßenverkehr

Hoverboards sind in Deutschland auf Straßen (und Gehwegen) nicht zugelassen.
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Hoverboards sind in Deutschland auf Straßen (und Gehwegen) nicht zugelassen.
  • Holger Boden
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Isenhagener Land. Die Geschenke, die zu Ostern in den Nestern liegen, sollen ja immer größer werden.

Ob moderne, elektrisch betriebene Funsport-Geräte die richtige Wahl sind, muss jeder selbst entscheiden – ihre Einsatzmöglichkeiten sind nach Angaben der Gifhorner Polizei jedenfalls ziemlich stark eingeschränkt. In vielen Fällen bleibt fürs Fahren nur das Privatgelände.

Hoverboard, Self Balancing Board oder Self Balancing Scooter, Io Hawk, One Wheel, E-Skater, Elektro Scooter – auch Gifhorner Polizeibeamte treffen solche Geräte immer häufiger im Straßenverkehr an. Obwohl sie genau dort nicht hingehören, wie der Verkehrssicherheitsberater der Gifhorner Polizeiinspektion, Hans-Heinrich Kubsch, erläutert: „Es handelt sich dabei jeweils um ein oder zweispurige Kraftfahrzeuge oder Elektrofahrzeuge, für die man einen Führerschein benötigt.“

Kubsch weiß: Die kleinen Selbstfahrer gehören zu den favorisierten Geschenkwünschen von Kindern und Jugendlichen. Die dürften die Geräte aber angesichts der Führerscheinpflicht schon gar nicht benutzen. Oft werde von gutmeinenden Eltern übersehen, dass im Kleingedruckten einer Bedienungsanleitung für Funsport-Geräte darauf hingewiesen wird, dass das Fahrzeug „nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen“ ist.

„Leider erfüllen sie allesamt nicht die erforderlichen Voraussetzungen für eine Zulassung auf deutschen Straßen und dürfen deshalb hier auch nicht benutzt werden“, erläutert Kubsch. „Weder auf der Fahrbahn, noch auf Geh- oder Radwegen.“

Der Sicherheitsberater betont, dass Haftpflichtversicherer keine Schäden abdecken, die durch Nutzung dieser Fahrzeuge im Verkehrsraum verursacht werden.

Heißt: Neben einem Führerscheinverstoß (Straftat) muss sich der Nutzer (wenn er 14 Jahre oder älter ist) wegen Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz (Straftat), eventuell auch gegen das Steuergesetz (Straftat) und wegen eines Zulassungsverstoßes (Ordnungswidrigkeit) verantworten. Kubsch: „Da Kinder nicht strafmündig sind, erfolgt keine staatliche Bestrafung aber mindestens die Einziehung des Fahrzeuges.“ Weitere Folgen seien eine Anhörung und ein erzieherisches Gespräch sowie in Einzelfällen ein Bericht an das Jugendamt.

„Letztlich bleibt die ausschließliche Nutzung auf Privatgelände“, bilanziert Kubsch. Anders liege der Fall bei Segways, deren Nutzer müsse aber mindestens 15 Jahre alt sein eine gültige Fahrerlaubnis für Motorrad oder Pkw haben oder mindestens eine Mofa-Prüfbescheinigung nachweisen.

Von Holger Boden

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