Trampelpfad würde reichen

Stöckener warten immer noch auf Verbindung zum Bahnhof

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Carolin Meyer und Manfred Dobberstein hoffen schon lange auf einen Weg zum nördlich gelegenen Bahnhofsgebiet – bislang vergeblich.

Stöcken – Für den Stöckener Manfred Dobberstein ist es eine unendliche Geschichte: Seit Jahren setzt er sich für den Bau eines Verbindungswegs vom nördlichen Ortsausgang zum Ortsteil am Bahnhof ein. Aus der Politik gab es viel Zustimmung und entsprechende Beschlüsse.

Passiert ist bislang: nichts. Stadtbürgermeister Andreas Ritter kündigt nun an, das möglichst schnell ändern zu wollen.

Der Ort und der Bahnhofsbereich sind nicht durch einen Weg verbunden. Schüler, die die Bushaltestelle am Bahnhof nutzen wollen, müssen die L 270 nutzen – oder den Grasstreifen daneben. In umgekehrter Richtung kommen die Anwohner des Bahnhofs nur auf der vielbefahrenen Landesstraße zum Stöckener Sportheim.

War zunächst ein echter Radweg im Gespräch, so ist schon länger klar, dass es den wohl nicht geben wird. Zuständig wäre die Straßenbaubehörde des Landes in Wolfenbüttel, doch die „würde da nichts bauen, weil der Abschnitt in keinem Radwegekonzept enthalten ist“, wie der stellvertretende Leiter Michael Peuke erläutert. Zudem geben die Besitzverhältnisse neben der L 270 nicht genug Breite für einen Radweg her. Macht auch nichts, sagt Dobberstein, und seine Tochter Carolin Meyer nickt zustimmend: „Uns reicht ja schon ein fester Trampelpfad.“

Den müsste die Stadt selbst anlegen. Dobberstein, der die Diskussion eng verfolgt, hat sich gemerkt, dass dafür mal von 80 000 Euro die Rede war. Ob die Strecke, die etwas mehr als 200 Meter misst, so viel kosten muss, das könne er nicht beurteilen. In Brechtorf sei ihm ein Wegebauprojekt bekannt, bei dem 150 Meter für 30 000 Euro zu haben sind. Als Material könne die Stadt ja vielleicht einen Teil des Schotters nutzen, der vom ehemaligen OHE-Gelände stammt. Dobberstein meint: „Hier hätte längst eine Ausschreibung passieren können.“

Könnte die Stadt tatsächlich loslegen? Nicht ganz: Laut Peuke ist das Vorhaben „im Grundsatz abgestimmt“. Seine Behörde brauche von der Stadt allerdings „ein bisschen Planung“, die sie dann genehmigen müsse. Der Grund und Boden, auf dem der Weg verlaufen würde, gehört dem Land Niedersachsen.

Dass diese Planung bisher fehlt, ist wohl der oft zitierten Tatsache geschuldet, dass im Wittinger Bauamt monatelang zu wenig Personal zur Verfügung stand. Von dort heißt es nun, dass zunächst viele andere Dinge aufgearbeitet werden mussten, dass aber die eigentliche Realisierung des Weges kein großes Problem darstellen sollte, wenn alle Genehmigungsfragen geklärt sind.

Ritter, der als neuer Rathauschef mit dem Thema zuvor nicht konfrontiert war, will eine baldige Lösung im Sinne der Stöckener Bürger: „Ich werde mich dafür stark machen, dass es möglichst 2020 umgesetzt wird.“

VON HOLGER BODEN

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