In Stöcken stockt es

Stöckener Ortsausgang Richtung Langenbrügge: Hier vermissen viele einen Überweg.

Stöcken - Von Holger Boden. Die Überlegungen zur Neugestaltung der Stöckener Ortsdurchfahrt stecken in der Warteschleife – und nehmen immer merkwürdigere Züge an. Der Wittinger Bauausschuss hat das Thema am Montagabend erneut vertagt.

Geht es nach der Diskussion, die am Montag im Rathaus verfolgt werden konnte, dann steuert die Stadt wie von unsichtbarer Hand geführt auf eine Planung zu, die im Grunde niemand will. Eine Querungshilfe in Sportplatznähe ist nicht vorgesehen (das IK berichtete), dafür aber – als sei das ein Ersatz – ein Bürgersteig auf beiden Seiten der Landesstraße.

CDU-Fraktionschef Walter Schulze fragte trotzdem noch einmal danach, wie sich denn nun die Straßenquerung für die Stöckener gestalten solle. „Keine Inseln, da ist nichts vorgesehen“, antwortete Bauamtsleiter Albert Soltau, und der Ausschussvorsitzende Hans-Heinrich Koch (SPD) sekundierte, es werde nun einen beidseitigen Gehweg geben.

„Wir hätten schon gern eine Querungshilfe gehabt“, merkte Ortsvorsteher Frank Forjahn einmal mehr an. Dafür habe er persönlich nach dem negativen Ausschussvotum aber keine Chance mehr gesehen. Die nun vorgesehene Planung sehe er unter den gegebenen Umständen als die „bestmögliche“ an.

Diese Planung hat sich offenbar bei einem Ortstermin vor einigen Wochen herauskristallisiert, an dem neben Forjahn, der Stadtverwaltung und einem Planer auch Vertreter des Landkreises als Verkehrsbehörde sowie der niedersächsischen Straßenbaubehörde teilnahmen.

„Es hat keine Möglichkeit für eine Querung gegeben“, gab Forjahn die Essenz dieses Gespräches wieder. Und das, obwohl doch offensichtlich alle für mehr Sicherheit sind. Die Querungshilfe am Ortseingang war von der SPD-FWG-Mehrheit verworfen worden, weil sie a) mit Verweis auf Vorhop als nicht zielführend gesehen wird und b) man angesichts der hohen Kosten eine Beteiligung des Landes vermisst und die Stadt zudem noch eine „Ablösesumme“ für in Eigenregie gebaute Inseln ans Land zahlen müsste.

„Ich hatte aber schon gedacht, dass es eine Querung weiter ortseinwärts gibt“, zeigte sich der Lübener CDU-Ratsherr Jörn Wolter enttäuscht. „Das ist eine harte Nuss, dass im Rahmen der Dorferneuerung dafür keine Möglichkeiten gefunden werden.“ Weiter innerorts hätten die Fachleute Probleme wegen der Nähe zu anderen Einmündungen gesehen, erklärte Forjahn. Auch außerorts wünscht man sich in Stöcken eigentlich mehr Verkehrssicherheit – etwa einen Lückenschluss zwischen der Kreisstraße aus Richtung Lüben mit dem Bahnhofsbereich und dem Ortsschild. Schließlich geht es ja auch um Kinder aus Lüben, die die Stöckener Sportanlagen ansteuern.

Doch ein Rad- oder Gehweg an der Landesstraße ist ohnehin kein Thema: Das Land wäre zuständig, hat aber kein Geld dafür übrig – und die Mittel für die Dorferneuerung (die sich aus EU-, Bundes- und auch Landesmitteln speist) fließen nur für Projekte zwischen den Ortsschildern.

Dass an der neben der Ortseinfahrt gelegenen Sportstätte zu schnell gefahren wird, sieht Forjahn auch dem Umstand geschuldet, dass der Landkreis einst die Tempo-70-Zone vor dem Ort entfernen ließ, die den Verkehr schon mal ein wenig herunterbremste. „Das ist absurd“, findet der Ortschef nach wie vor. „Ich höre auch nicht mehr, dass die Stadt sich in dieser Sache noch wehrt.“

Wenn denn die vorliegende querungshilfenfreie Planung nicht ausreiche, dann müsse man „alles dafür tun, eine Ampel zu bekommen“, sagte FWG-Fraktionschef Dr. Thomas Weiland. Eine Forderung, der sich Walter Schulze anschloss, und die Friedrich O. Winkelmann (FWG) an den zähen Einsatz von Bürgern für eine Dunkelampel vor Jahren in Knesebeck erinnerte: „Kriegen wir so etwas hier auch hin?“

Das soll nun geklärt werden. Die Verwaltung bekam den Auftrag, Kosten und Fördermöglichkeiten zu ermitteln.

Der Rest der Planung wurde jedoch vertagt, nachdem sich Manfred Dobberstein zu Wortgemeldet hatte: Der Anlieger der Landesstraße in Stöcken verwies darauf, dass „ein Jahr lang nie von einem Fußweg auf der Ostseite der Straße die Rede war“, und dass dieser nun kurzfristig in die Planung aufgenommen wurde – ohne dass es eine Anliegerversammlung gab.

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