Stich in den Oberschenkel

Stefanie Niebuhr mit ihrer Stute Asmara, der ein Unbekannter auf einer Weide bei Eutzen eine Stichwunde am linken Oberschenkel zufügte.

Eutzen - Von André Pohlmann. Grausiges Geschehen auf einer Weide bei Eutzen: Ein Unbekannter verletzte eine Stute mit einem tiefen Stich in den linken Oberschenkel. Mit Entsetzen entdeckte die Besitzerin Stefanie Niebuhr die Tat, als sie ihre Pferde am Mittwochnachmittag von der Weide, die nur etwa 700 Meter vom Haus entfernt liegt, in den Stall holen wollte. Sofort alarmierte sie die Polizei und auch die Pferdebesitzer aus der Umgebung.

Die jüngste Tat ist offenbar kein Einzelfall: Erst am Dienstag war es im rund 45 Kilometer entfernten Pretzier in der Altmark bei Salzwedel zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Ein unbekannter Täter fügte dort zwei Pferden Stichverletzungen zu. Besonders auffällig ist der Umstand, dass eines der Tiere eine ganz ähnliche Einstichwunde, ebenfalls am linken Oberschenkel, aufweist. Ein weiterer Fall beschäftigt die Polizei im Nachbarlandkreis Celle. Bei Bergen wurde Anfang Juni ein Pferd auf der Koppel am Hals verwundet.

Die siebenjährige Stute „Asmara“, die jetzt in Eutzen verletzt wurde, weist eine etwa eineinhalb Zentimeter breite Wunde auf. Wie der am Mittwoch umgehend hinzugezogene Tierarzt festgestellt habe, sei der Stich sieben Zentimeter tief, berichtet Besitzerin Niebuhr. Dass sich das Tier selbst verletzt habe, hält der Tierarzt aufgrund des Aussehens der Wunde für wenig wahrscheinlich. Mehrere Indizien sprächen dafür, dass jemand auf die Stute eingestochen habe. Das Tatwerkzeug sei nicht gefunden worden, so Niebuhr.

Lebensbedrohlich sei die Verletzung nicht, doch als sie das Tier am Mittwoch gegen 17 Uhr von der Weide holen wollte, habe es sich kaum bewegt und sei offenbar von starken Schmerzen geplagt gewesen. Inzwischen bekommt die Stute Schmerzmittel und Antibiotika. Das Bein und der Bauch des Tieres sind noch immer stark angeschwollen, genäht werden kann die Wunde nicht. Vorerst heißt es für die Besitzerin, abzuwarten, wie das Pferd mit der Verletzung fertig wird. Schlimmstenfalls komme es zu einer Operation. Besonders bitter: Das Zuchttier ist tragend und verträgt deshalb keinen Stress. Sollte eine Operation unter Narkose notwendig sein, wird sie das Fohlen nicht halten können, befürchtet Niebuhr.

Die Wittinger Polizei ermittelt in dem Fall. Die Indizien sprechen dafür, dass sich das Pferd die Wunde nicht selbst zugefügt hat, den berüchtigten Pferde ripper aber schließen die Ordnungshüter aufgrund des Verletzungsmusters als Täter aus, erklärt Polizeisprecher Stefan Kaulbarsch.

Ereignet hat sich die Tat zwischen Dienstag, 19 Uhr, und Mittwoch, 17 Uhr, vermutlich in der Nacht. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, setzt die Besitzerin eine Belohnung aus. Sachdienliche Hinweise etwaiger Zeugen erbittet die Polizei in Wittingen unter Telefon (0 58 31) 25 28 80.

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