Wittinger Stadtrat stimmt mehrheitlich für 100 000-Euro-Zuschuss

Steuergeld für Kreyenberg

+

Wittingen. Seit Mittwochabend ist es amtlich: Die Stadt Wittingen beteiligt sich finanziell an dem Sanierungsprojekt Haus Kreyenberg. Der Stadtrat votierte bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme dafür, das Vorhaben mit 100 000 Euro zu bezuschussen.

„Wir müssen ein ganz klares Signal geben“, forderte Walter Schulze, Fraktionschef der CDU. Die Christdemokraten hatten sich zuvor mit einem Antrag für das finanzielle Engagement der Stadt stark gemacht.

SPD-Fraktionschef Hans-Heinrich Koch kündigte vor der Abstimmung an, die SPD werde mehrheitlich, aber nicht geschlossen für die Unterstützung des Projektes votieren. Dass mit 100 000 Euro aus städtischen Geldern über eine Million an Fremdmitteln generiert werden könne, sei ein gewichtiges Argument dafür. Allerdings: Er persönlich sei von dem Vorhaben „nicht überzeugt“. Koch enthielt sich später der Stimme.

Einhellige Zustimmung kam aus den Reihen der FWG – nicht selbstverständlich, denn vor einigen Jahren hatte die Partei einen städtischen Zuschuss noch kategorisch ausgeschlossen: „Für das Haus dürfen keine Steuergelder fließen“, hatte Fraktionschef Dr. Thomas Weiland im November 2009 gesagt.

Weiland, der am Mittwoch nicht an der Sitzung teilnehmen konnte, befürwortet heute die Unterstützung des Projektes: „Die Ausgangslage hat sich geändert.“ Einer Sanierung unter städtischer Regie hätte er nicht zustimmen können, dem Vorhaben unter Ägide einer Stiftung schon. Weiland: „Die Signalwirkung eines städtischen Zuschusses war der Grund, warum wir jetzt dafür waren.“ Weitere städtische Gelder sollten nun aber nicht fließen.

Gegen den 100 000-Euro-Zuschuss stimmte am Mittwoch der Knesebecker Heinz-Ulrich Kabrodt (SPD). Er erinnerte an die mangelnde städtische Unterstützung für das in Knesebeck geplante und inzwischen gescheiterte Deutsche Böttcher- und Küfermuseum: „Damals hieß es: zu teuer, keine Parkplätze, kein Nutzungskonzept.“ Das alles treffe beim Haus Kreyenberg nun auch zu, sagte Kabrodt und meinte, man solle „nicht so viel Geld in alte Gemäuer stecken“.

Seitens der CDU wurde Verständnis für Kabrodts Frustration geäußert: „Ich bedauere entschieden das Scheitern des Museums, aber das eine hat mit dem anderen nichts zu tun“, sagte Schulze. Auch Uwe Hoppmann verwies auf die „Chance“ die in dem Projekt für die Stadt stecke, indem mit 100 000 Euro eine mehr als zehnmal so große Investition befördert werden könne.

Weiland, der seinerzeit zu den Kritikern des Knesebecker Museums-Projektes gehörte, sieht bei Haus Kreyenberg eine „andere Situation“: „Beim Böttchermuseum ging es um eine Vorleistung, hier um einen städtischen Beitrag zu einer Gesamtfinanzierung.“

Von Holger Boden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare