Steimke: Windrad brennt

Steimke - Von Holger Boden. Die Feuerwehr war mit rund 25 Mann vor Ort – doch trotz eines Feuers hatten sie nicht den Auftrag, die Flammen zu löschen: In rund 70 Metern Höhe ist gestern die Gondel eines der beiden Windräder zwischen Steimke und Wettendorf abgebrannt. Der Schaden konnte gestern noch nicht beziffert werden. Bei Redaktionsschluss ging immer noch Gefahr von dem sich weiterhin drehenden Rotor aus.

Nach Polizeiangaben war Augenzeugen gegen 11.25 Uhr zunächst aufgefallen, dass eins der Windräder wesentlich schneller drehte als das andere. Diese hätten die Polizei verständigt. Die Beamten, die kurz darauf vor Ort eintrafen, beobachteten Rauchbildung an der in Nabenhöhe angebrachten technischen Einrichtung des Windrades. Auch einige Steimker wurden Zeugen, wie Flammen aus der Gondel schlugen.

Um 11.40 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Der erste Zug (Hankensbüttel, Schweimke, Wierstorf) rückte unter der Einsatzleitung von Hankensbüttels Ortsbrandmeister Hinric Elvers aus und sicherte das Windrad weiträumig ab.

Bei einem Feuer auf einem Windrad kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Flügel lösen – und die Flugbahn, die sie dann bei starkem Wind einschlagen, gilt als unkalkulierbar. Die K 12 nach Schweimke wurde von den Kameraden ebenso gesperrt wie die K 13 nach Wettendorf und der Verbindungsweg von Steimke zur Maseler Straße. Anwohner wurden auf die möglichen Gefahren hingewiesen.

Die Feuerwehr der Samtgemeinde Hankensbüttel ist durch Seminare auf brennende Windräder vorbereitet worden. Doch zu löschen gibt es in solchen Fällen nichts – kontrolliertes Abbrennen ist angesagt. Die Rauchentwicklung wurde, möglicherweise durch den starken Regen, schnell eingedämmt.

Wie hoch der Schaden am Windrad ist, konnte der Sprecher der Obernholz Alternativenergie GmbH, Werner Rodewald, gestern Nachmittag noch nicht sagen. Man müsse bis zum Beweis des Gegenteils sogar einen Totalschaden an der einst für 1,4 Millionen Mark erbauten Anlage befürchten.

„Das Windrad rotiert weiter und stellt eine potenzielle Gefahr dar“, sagte Rodewald. „Wir haben keine Eingriffsmöglichkeit.“ Die Straße Steimke-Wettendorf müsse daher gesperrt bleiben, „bis die Anlage steht“. Zwar habe sich der Maschinenkopf aus dem Wind gedreht, doch drohten bei einem Wechsel der Windrichtung erneut Überdrehzahlen wie am Vormittag. „Dann“, so Rodewald, „können die Flügel gegen den Turm prallen und zersplittern.“

Weil sich in solchen Fällen besser niemand in der Nähe aufhält, haben die Betreiber einen privaten Wachdienst engagiert, der nun die Straßen absperrt. „Wir müssen nun dafür sorgen, dass keine Menschen zu Schaden kommen“, sagt Rodewald. Die Straße nach Schweimke, die um 13 Uhr wieder freigegeben worden war, müsse eventuell erneut gesperrt werden.

Zur genauen Ursache des Vorfalls konnte die Firma GE Energy, mit der die Betreibergesellschaft einen Servicevertrag hat, gestern noch nichts sagen: „Wir müssen das noch prüfen“, sagte die GE-Sprecherin Karin Funke-Rapp.

Bei dem 2002 in Betrieb genommenen Windrad hatte es offenbar vor dem Brand technische Probleme mit dem Steuerungssystem gegeben. Laut Rodewald hat die Anlage drei Sicherungsmechanismen gegen Überdrehzahl: „Sie hätte bremsen müssen – hat sie aber nicht. Für uns ist das zurzeit nicht nachvollziehbar.“ Nach Salzbergen, von wo aus GE Energy diese und andere Anlagen per Datenleitung überwacht, habe das Windrad den Status „außer Betrieb“ und keine Fehlermeldung gesendet. Erst vor Weihnachten, so Rodewald, habe die halbjährliche Wartung der Anlage stattgefunden.Foto: privat

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