Zwei Schwestern betören mit ihrem Klavierkonzert in der Wittinger Grundschule

Stegmann-Duo verzaubert die Aula

Karolin und Friederike Stegmann boten in der Aula der Grundschule Wittingen ein mitreißendes Konzert. Fotos: Michalzik
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Karolin und Friederike Stegmann boten in der Aula der Grundschule Wittingen ein mitreißendes Konzert.

Wittingen. Für einen absoluten Glanzpunkt im Jahresprogramm sorgte der Kulturverein Wittingen am Sonntagabend in der Aula der Grundschule: Mit den Zwillingen Karolin und Friederike Stegmann präsentierte er ein Klavierduo, das man ohne Übertreibung als Weltklasse bezeichnen darf.

Von der technischen Brillanz über die einfühlsame Musikalität bis hin zur ebenso professionellen wie charmanten Präsentation boten die Geschwister ein Programm zum Genießen, Staunen und Bewundern. Hinzu kam an diesem Tag, dass der Kulturverein Schüler von Musikschulen eingeladen hatte. Zu der teilweise betörend schönen Musik gesellte sich das wunderbare Staunen der Kinder, von denen sich so manches wohl selbst an den Flügel wünschte.

Das Spiel der beiden Virtuosinnen setzte mit dem Walzer opus 39 von Johannes Brahms unvermittelt ein, und bereits in dieser Phase des Warmwerdens mit Ort und Instrument klang die absolute Harmonie durch, die geradezu körperlich spürbare Weise des Verstehens mittels Bewegung und Blickkontakt, die sich besonders in den hart zu erarbeitenden Stücken als wohltuend herausstellte, weil die den Zuhörer nicht belastete, sondern so selbstverständlich daherkam, als sei alles eine leichte Übung.

Vor dem eigentlichen Konzert wandte sich Karolin Stegmann in einnehmender Weise an die jungen Zuhörer und berichtete, dass die Schwestern mit dem Klavierunterricht als Kinder begonnen hätten. Mit sieben Jahren hätten sie sich gemeinsam am Klavier versucht und herausgefunden, dass man dabei sehr viel Spaß haben könne. Doch sei auch viel Konzentration erforderlich. Wie beiläufig zitierten die beiden Mozart, um dann mit der Musik von Carl Maria von Weber (opus 60) das eigentliche Konzert zu beginnen, mit Dynamik ohne jedes Pathos, mit Gefühl für die rhythmische Balance und vollendeter technischer Fertigkeit.

Die Freiwillige Feuerwehr garantierte die Sicherheit der Besucher: Der Brandschutz des Gebäudes ist nicht mehr aktuell.

Das wurde noch einmal deutlicher in dem nur schwer für vier Hände zu spielenden Adagio und Allegro für ein Orgelwerk von Wolfgang Amadeus Mozart. Dieses Stück erfordert eine völlige Übereinstimmung, zwingt es doch zu komplizierten Übergriffen und Belegungen einzelner Tasten. Während die Ungarische Rhapsodie Nr. 2 von Franz Liszt in mitreißender Weise erklang, wachte im Hintergrund die Freiwillige Feuerwehr Wittingen. Nur die Brandschützer hatten es nämlich ermöglicht, dass dieses herausragende Konzert überhaupt stattfinden konnte: Das alte Schulgebäude entspreche nicht mehr den Normen zeitgemäßen Brandschutzes, hieß es. Schulveranstaltungen finden dort gar nicht mehr statt. Und auch der Kulturverein darf seine Beziehungen zum Deutschen Musikrat nicht in herausragende Veranstaltungen in der Aula umsetzen, wenn nicht die Feuerwehr Wache hält.

Von Horst Michalzik

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