Ab 2020 kann saniert werden

Städtebauförderung: Vielleicht fließen mehr als 5 Millionen nach Wittingen

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Mit der Junkerstraße fing alles an: Der Wunsch, die Straße zu sanieren, führte ab 2015 in Richtung Städtebauförderung. Nun soll es endlich bald losgehen – und die Junkerstraße könnte 2020 als eins der ersten kommunalen Projekte an die Reihe kommen. 

Wittingen – Die ersten Projekte im Rahmen der Wittinger Städtebauförderung sollen nächstes Jahr angeschoben werden können. Das erfuhren die zirka 35 Zuhörer der Info-Veranstaltung am Montagabend in der Stadthalle.

Bestuhlt war für 140 Besucher, aber so groß war das Interesse dann doch nicht. Das Sanierungsgebiet umfasst einen nicht ganz 12 Hektar großen Teil der Altstadt. Aus dem niedersächsischen Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ sollen über einen Zeitraum von zehn Jahren gut 5 Millionen Euro nach Wittingen fließen. 2,9 Millionen – also mehr als die Hälfte – sollen privaten Projekten zugute kommen. Weil es sich dabei um Zuschüsse handelt, die im Schnitt um die 40 Prozent betragen können, dürfte das Projekt eine noch weitaus größere Gesamt-Investition auslösen.

Der Abend sollte dazu dienen, die vorläufigen Entwürfe des Sanierungsgebietes („Innenstadt Wittingen“) und der Sanierungssatzung der Öffentlichkeit vorzustellen. Das war, vor einem politischen Beschluss, der ausdrückliche Wunsch des Ortsrates gewesen. Dieser wird nun im Oktober auch noch einmal dazu beraten, bevor der Stadtrat in der für den 30. Oktober anberaumten Sitzung das Sanierungsgebiet endgültig festlegt. Der weitere Fahrplan sieht vor, eine Modernisierungsrichtlinie zu verabschieden (voraussichtlich im Dezember) und 2020 – mit Bürgerbeteiligung – einen sogenannten Rahmenplan samt Gestaltungssatzung auf den Weg zu bringen.

Die Kernaussagen des Abends, durch den Wittingens Wirtschaftsförderin Sabrina Puskeiler und Ulf-Bernhard Streit als Vertreter des vorläufigen Sanierungsträgers DSK führten: Wer im Sanierungsgebiet modernisieren will, muss vorher klären, ob sein Projekt förderfähig ist und dann für das Vorhaben einen Vertrag mit der Stadt abschließen – er darf also nicht erst bauen und dann Anträge stellen. Und: 5 Millionen Euro sind vielleicht noch gar nicht das Ende der Fahnenstange, eventuell wird bei starker Resonanz am Ende noch nachgelegt. Streit wollte auch nicht völlig ausschließen, dass sogar noch Gebäude in der Peripherie des Sanierungsgebietes zum Zuge kommen könnten, doch er betonte auch: „Die Sanierung muss erst einmal Fahrt aufnehmen – über Ausnahmen und Erweiterungen kann man später reden.“

Natürlich gibt es auch jetzt schon Enttäuschungen. Hanns Winkelmann wollte wissen, ob er auch in der Bahnhofstraße in den Genuss einer Förderung komme, und als das verneint wurde, meinte er: „Wir sind immer benachteiligt – wir wollen auch mal was vom Kuchen haben.“

Doch die Städtebauförderung hat explizit eine Aufhübschung des Altstadt-Kerns zum Ziel. Die soll in ihren Funktionen gestärkt werden, die Modernisierungen sollen dazu beitragen, „Fehl- und Mindernutzungen“ zu beheben – also auch Leerstände beseitigen helfen. Luxusmodernisierungen („Pool auf dem Dach“) sind nicht förderfähig.

Wer ein Gebäude hat, das im Sanierungsgebiet liegt, aber nicht als stadtbildprägend identifiziert worden ist, wird zwar keine Zuschüsse bekommen, aber immerhin durch eine indirekte steuerliche Förderung profitieren.

VON HOLGER BODEN

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