Architekt legt Kostenschätzung für Sanierung des Gebäudes vor / Wittinger Bauausschuss reagiert positiv

Stadthallen-Umbau kostet 1,5 Millionen Euro

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Die Sanierung der Wittinger Stadthalle würde nach Berechnungen des Planers 1,5 Millionen Euro kosten.

bo Wittingen. Natürlich stand von Anfang an vor allem eine Frage im Raum: Welche Summe würden die Architekten am Ende nennen? Als der Wittinger Bauausschuss am Dienstagabend das Thema „Sanierung der Stadthalle“ auf den Tisch bekam, war die bange Erwartung der Kostenschätzung beinahe mit Händen zu greifen – ebenso wie das Schlucken, als der Wittinger Planer Arne Deck schließlich die Zahl nannte: 1,5 Millionen.

Eineinhalb Millionen Euro. Das muss die Stadt voraussichtlich ausgeben, um ihr Saalgebäude in der Nachtweide wieder einigermaßen flott zu machen. Von energetischer Sanierung ist bei dieser Summe noch gar keine Rede. „Das lohnt sich nicht“, erläuterte Carsten Raabe. Der für den Bereich der Gebäudetechnik zuständige Planer skizzierte, dass sich die Investitionen in Dämmung und andere Energiesparmaßnahmen erst in 30 bis 40 Jahren amortisieren würden – was ganz einfach an den geringen Nutzungszeiten der Stadthalle liege.

Zu hoher Energieverbrauch war in der Vergangenheit immer wieder von den Pächtern moniert worden. Basierend auf deren Angaben rechnete Raabe monatliche Energiekosten in Höhe von 1800 Euro vor. Bei der vergleichsweise modernen Okerhalle in Schwülper, die der städtische Stadthallen-Arbeitskreis auch besichtigt hatte, seien es 1200 Euro – eine Differenz, die mit Blick auf die alternativ sehr hohen nötigen Investitionen noch vertretbar sei.

Für die 1,5 Millionen Euro würde die Stadt Verbesserungen in vier Bereichen bekommen: 164 000 Euro veranschlagte Deck für die nötigsten Maßnahmen der kurzfristigen baulichen Unterhaltung in über 30 Punkten. Durch Austausch von Einfachverglasung und Glasbausteinen wären auch energetische Effekte zu erwarten. Bauliche Veränderungen, die zu einer höheren Funktionalität führen sollen, schlagen mit 220 000 Euro zu Buche – etwa die Öffnung des Foyers zum Saal hin durch neue Schiebetüren. Ziel wäre es hier, das Foyer für kleinere Veranstaltungen besser nutzbar und die ganze Sache für Betreiber oder Caterer interessanter zu machen. Auf rund 247 000 Euro taxiert Deck die Modernisierung von Oberflächen (Decken, Wände, Bodenbeläge).

Der vierte Bereich wäre die Anpassung der Gebäudetechnik an heutige Erfordernisse – für 839 000 Euro. Raabe verdeutlichte dem Ausschuss, dass es insbesondere in Sachen Brandschutz und Sicherheitstechnik einigen zum Teil dringenden Nachholbedarf gebe, zudem schlug er Sanierung oder Erneuerung in Bereichen wie Beleuchtung, Beschallung, Sanitäranlagen, Tresen und Steuerungstechnik vor. Licht am Horizont: Heizung und Lüftung gelten noch als in Ordnung.

Auf die Frage nach einer möglichen Zeitplanung sagte Deck, für die eigentlichen Baumaßnahmen müsse mit sechs bis neun Monaten gerechnet werden. Man könne theoretisch im Herbst beginnen und Pfingsten 2014 fertig sein. Allerdings stellt sich zuvor die Frage der Fördergelder und ihrer Bewilligung. Die Stadt hofft auf Mittel aus dem Leader-Topf. Die Bildung von Bauabschnitten, wie vom Ausschussvorsitzenden Hans-Heinrich Koch angeregt, empfahl Deck mit Blick auf die Überschneidung vieler Maßnahmen nicht.

Auf die im Raum stehende Frage, ob 1,5 Millionen Euro für die Stadthalle gerechtfertigt sind, meinte Stadtbürgermeister Karl Ridder: „Das ist unser größter Saal, manche Veranstaltungen wären anderswo nicht möglich. Wir sorgen nach 50 Jahren dafür, das Gebäude auf einen modernen Stand zu bringen.“ Die Politik rief Ridder auf, in den Fraktionen zügig über das Thema zu beraten. Die Stimmung im Ausschuss schien positiv für das Projekt, die Verwaltung wurde beauftragt, schon mal einen Brandschutz-Experten in die Immobilie zu schicken.

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