Zweiter Frühling fürs Buch

Stadtbücherei Wittingen verzeichnet nach Zwischentief stark steigende Ausleihzahlen

Wittingen. Alles digital? Vor allem die Jugend nur noch am Smartphone zugange? Das gute alte Buch am Ende? Stimmt nicht, wenn man sich die Zahlen der Wittinger Stadtbücherei anschaut.

Die weisen für alle Bereiche eine Steigerung der Ausleihzahlen aus – und der Anstieg fällt mitunter satt aus.

Die Gesamtzahl der Ausleihen lag bei 16 130 – das ist gegenüber dem Jahr 2015 ein Plus von 1493. Oder mehr als 10 Prozent. Damit ist locker auch der starke Rückgang kompensiert, der von 2013 auf 2014 zu registrieren war. Damals war die Zahl von 15 801 auf 14 329 abgerutscht.

Der Erste Stadtrat Peter Rothe sieht ein Bündel an Ursachen für den nun zu verzeichnenden Aufwind. Vor allem gebe es eine nun etablierte „Synergie mit den Schulen“: Wenn die benachbarte Oberschule und die IGS Mittagspause haben, dann ist in der Stadtbücherei so etwas wie Stoßzeit. Lehrern werden Führungen durch die Bibliothek angeboten, das hilft beim gegenseitigen Kennenlernen, und die Öffnungszeiten bieten – anders als früher – an jedem Tag die Möglichkeit für einen mittäglichen Besuch bei den Büchern.

Für Rothe ist zudem die Tatsache, dass das Angebot des Bilderbuchkinos wieder verstetigt worden ist, ein Erfolgsfaktor, der Publikum in die Bücherei holt. Und: „Die Zahlen sind eine Bestätigung für die längere Öffnung am Donnerstag und Freitag.“ Überhaupt seien die im Vergleich zu früheren Jahren „geradlinigen Öffnungszeiten“ wichtig für die Besucher.

Die Stadtbücherei hat auch ihr Portfolio „ausgemistet“ – weniger Bücher, dafür ein Augenmerk auf Aktualität. So ist zum Beispiel dank einer Spende ein Regal seit einiger Zeit gefüllt mit Werken der Literatur-Nobelpreisträger. Bestseller werden offensiv platziert und sind mehrfach vorhanden.

Die Zahl der eingetragenen Benutzer ist gegenüber 2015 von 1572 auf 1776 gestiegen – fast ein Achtel Zuwachs. Die aktiven Benutzer zählten im letzten Jahr 597 (+3). 152 von ihnen, also gut ein Viertel, sind jünger als 12 Jahre.

So ist denn bei der Kinder- und Jugendliteratur die Zahl der Entleihungen auf 5714 gestiegen – ein Plus von 596 oder 11,6 Prozent. Sachbücher haben um 18 Prozent zugelegt, Belletristik um 4 Prozent, Filme um mehr als 12 Prozent. Auch das relativ neue Angebot der Zeitschriften-Ausleihe findet wachsenden Zuspruch: Die Zahl der „sonstigen“ Entleihungen stieg gleich um 37 Prozent an, macht aber mit 760 Exemplaren in absoluten Zahlen den kleinsten Anteil aus.

Von Holger Boden

Rubriklistenbild: © Boden

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