15 neue Plätze in Knesebeck schaffen

Stadt Wittingen und Butting-Akademie: Kooperation bei Krippenbau

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Unternehmer Hermann Butting (r.) und Stadtbürgermeister Karl Ridder vor einem Rheonik-Bogen, der für die so genannte Coriolis-Durchflussmessung genutzt wird – eins der wichtigsten modernen Verfahren zur Messung von Flüssigkeiten, Schlämmen, Suspensionen und Gasen. Im Hintergrund das Gebäude an der Gifhorner Straße, das für den Krippen-Neubau weichen soll.

Knesebeck. Knesebeck soll eine zweite Krippengruppe bekommen – und bei diesem Vorhaben arbeitet die Stadt mit der Knesebecker Butting-Akademie zusammen. Die gemeinnützige GmbH soll Bauherr des Projektes werden.

Beide Seiten bereiten gerade eine so genannte „Investitionsabsichtsvereinbarung“ vor, die auch auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung am kommenden Donnerstag (19 Uhr, Rathaus) steht.

„Für uns ist das Neuland“, sagt Inhaber Hermann Butting, der die Pläne gestern gemeinsam mit Stadtbürgermeister Karl Ridder dem IK vorstellte. Das Unternehmen habe nicht vor, zum Krippen-Betreiber zu werden, und man verfolge mit der Kooperation auch keine monetären Interessen.

Die Vorteile für den größten Arbeitgeber im Nordkreis: bei Bedarf ein größeres Angebot an Krippenplätzen für die Kinder der eigenen Mitarbeiterschaft – und damit verbunden eine Steigerung der Attraktivität des Unternehmens. Welche Modalitäten es für den Zugriff der Firma auf die Plätze geben soll, müsse noch geklärt werden, hieß es.

Vorgesehen ist ein Neubau, der an der Gifhorner Straße gegenüber dem Firmengelände von Butting liegen soll. Ein Wohnhaus, das dem Unternehmen gehört, soll dafür abgerissen werden.

Die Stadt kann mit der öffentlich-privaten Partnerschaft Investitionen und damit auch Abschreibungen vermeiden, die den Etat belasten. Vorgesehen ist nach den ersten Gesprächen, dass die Kommune als Träger der Kindertagesstätten die neue Einrichtung für 25 Jahre mietet. Die Investition soll auf diesem Weg an die Butting-Akademie zurückfließen.

„Wir wissen, dass der Bedarf da ist“, sagt Ridder über die Notwendigkeit für einen Ausbau der Betreuung im Krippenbereich. In dem Neubau sollen Kapazitäten für zwei Gruppen geschaffen werden – für eine neue sowie für die bestehende, die vom alten Domizil an der Grundschule an die Gifhorner Straße ziehen soll. Insgesamt gäbe es dann 30 Krippenplätze in Knesebeck, zurzeit sind es 15.

Bei der Realisierung sollen auch Landeszuschüsse helfen: Pro neu geschaffenem Krippenplatz wird mit 12 000 Euro Förderung gerechnet, macht insgesamt 180 000 Euro. Der Antrag dafür – und mit ihm die Planung – muss bis Ende März auf den Weg gebracht werden. Bezugsfertig soll die Krippe dann voraussichtlich 2017 sein.

Die Kooperation zwischen der Stadt und dem kirchlichen Dachverband als Betreiber im Kita-Bereich sieht Hermann Butting als „Erfolgsmodell“: „Ich schätze die damit verbundene Werteorientierung.“ Der Firmenchef verhehlt nicht, dass er persönlich kein großer Freund von Krippen ist und es vielmehr begrüßt, wenn junge Eltern sich nach Möglichkeit selbst um die Betreuung des Nachwuchses kümmern: „Es geht uns nicht darum, die Frauen möglichst schnell zurück an den Arbeitsplatz zu bringen. Aber als Arbeitgeber möchte ich optimale Bedingungen schaffen, wenn eine Familie das Modell einer Krippenbetreuung wählt.“

Von Holger Boden

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