Verwaltungsausschuss fällt Grundsatzbeschluss, Verhandlungen noch nicht zu Ende

Stadt will Trasse kaufen

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Alte OHE-Schienen am Wunderbütteler Kirchweg: Die Stadt will die Trasse kaufen, die künftige Nutzung ist noch offen. 

Wittingen. Die Verhandlungen liefen schon über Monate – nun scheint man sich auf einen für die Wittinger Politik akzeptablen Preis geeinigt zu haben:

Der Verwaltungsausschuss (VA) hat in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, dass die Stadt den auf Wittinger Stadtgebiet liegende Teil der entwidmeten OHE-Trasse kaufen soll. Der Stadtrat muss das noch absegnen.

Nach Angaben von Stadtbürgermeister Karl Ridder geht es bei dem Geschäft um 22 Hektar – der Schienenstrang von Wittingen bis zur Grenze des Stadtgebiets hinter Radenbeck. Zum Vergleich: Die alte OHE-Bahnhofsfläche, die sich bereits in städtischem Besitz befindet, hat eine Fläche von 5 Hektar.

Eine gewisse Einschränkung hat der VA der Verwaltung für den Abschluss der Verhandlungen noch mit auf den Weg gegeben: Man möchte sich seitens der Politik nicht negativ durch etwaige Altlasten überraschen lassen müssen. Untersucht wurde die Strecke in dieser Hinsicht bisher nicht, die Stadt will das Restrisiko nicht selbst tragen. „Für den Fall, dass Altlasten gefunden werden, wollen wir im Prinzip, dass die OHE für die Beseitigung einsteht“, erläutert Uwe Hoppmann, Sprecher der Gruppe von CDU und Grünen. Denkbar erscheint allerdings auch, dass alternativ zu solch einer Lösung die Altlasten-Thematik noch eine Rolle bei der endgültigen Gestaltung des Kaufpreises spielen wird. Das Gelände am Bahnhof wies keine Altlasten auf.

Ein Kauf der Strecke, die Anfang 2016 nach jahrelangem Widerstand entwidmet worden war, rückt also offenbar näher. Und damit stellt sich die Frage, was die Stadt mit der Trasse machen will. Bei der Gruppe CDU/Grüne will man sich bis zur endgültigen Unterschrift noch bedeckt halten. Man habe „im Hintergrund einiges angeschoben“, sagt Hoppmann.

Diskutiert wurde in Wittingen bislang vor allem über touristische Nutzungen, etwa Draisinenfahrten oder einen (Schnell-)Radweg. Bei der FWG könnte man sich mit so etwas laut Fraktionschef Dr. Thomas Weiland anfreunden: „Für uns ist ganz wichtig, dass die Strecke als zusammenhängende Trasse erhalten bleibt und nicht zerschlagen und verkauft wird.“ Die Entwidmung sei „falsch gewesen“, für ein mögliches künftiges Infrastrukturprojekt bekomme man die nötigen Flächen nach einer Zerstückelung „nie wieder zusammen“.

Bei der SPD hingegen kann man sich nach Angaben des Fraktionsvorsitzenden Hans-Heinrich Koch vorstellen, die Trasse für Ausgleichsflächen für städtische Projekte zu nutzen. Die künftige Verwendung sehe man derzeit aber „ergebnisoffen“. Es sei für seine Fraktion beim VA-Beschluss darum gegangen, dass die Stadt die Kontrolle über die Strecke hat.

Von Holger Boden

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