Wittinger Verkehrsausschuss: Verzichtbare Bahnübergänge identifizieren

Bahnübergänge könnten für schnellere Züge weichen

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Ein Zug wird kommen – doch das dauert den Wittinger Stadtpolitikern oft zu lange. Der Verkehrsausschuss folgte jetzt einem Vorstoß der CDU, die Strecke Uelzen-Braunschweig zu beschleunigen.

Wittingen. Die Wittinger Politik ist bereit, nötigenfalls einige Bahnübergänge im Stadtgebiet zu schließen, wenn dadurch der Zugverkehr auf der Strecke Uelzen-Braunschweig beschleunigt werden kann.

Die Verwaltung soll nun eine Art Kataster erstellen, das die möglicherweise verzichtbaren Kreuzungsstellen aufzeigt. Das ist ein Teil der Planungsschritte, die auf Initiative der CDU jetzt der Verkehrsausschuss einstimmig gefordert hat.

Den Anstoß für den Antrag seiner Fraktion habe ein IK-Bericht über die Bahnstrecke gegeben, sagte der Christdemokrat Michael Heidemann. Darin war berichtet worden, dass die modernen Erixx-Züge wegen der zahlreichen unbeschrankten Bahnübergänge zwischen Wieren und Braunschweig oft nur mit Tempo 60 oder 80 unterwegs sind – obwohl Züge und Gleiskörper eigentlich eine Geschwindigkeit von 120 Stundenkilometern ermöglichen.

Die Stadtverwaltung solle daher prüfen, welche unbeschrankten Übergänge – etwa an Feldwegen – noch unbedingt gebraucht werden, sagte Heidemann. Zudem solle Wittingen in dieser Sache Kontakt mit den Nachbargemeinden aufnehmen – das Ganze solle auch als „politisches Signal nach oben hin“ gewertet werden, dass Tempo 120 auf der Trasse gewollt sei.

Der Ausschussvorsitzende Friedrich Lührs (FWG) sagte, er könne den Antrag „voll unterstützen“ – erinnerte aber gleichzeitig daran, dass bei einer Ertüchtigung eines zu erhaltenden Bahnübergangs in ihrem Gebiet die Stadt Wittingen zu einem Drittel an den Kosten beteiligt werde.

Einen Übergang mit Schranken auszustatten kostet laut Lührs rund 450 000 Euro, die Stadt wäre demnach jedes Mal mit 150 000 Euro dabei. Ausschussmitglied Klaus Palluck (FWG) hatte für den Abschnitt von Stöcken bis Vorhop 17 unbeschrankte Übergänge gezählt und kam demzufolge auf rund 2,5 Millionen Euro städtischen Kostenanteil. Bislang gibt es im Stadtgebiet nur eine Handvoll beschrankter Übergänge, etwa im Zuge der B 244 in Wittingen oder der K 123 in Knesebeck.

Palluck sprach sich nicht gegen eine Ertüchtigung aus, gab aber auch zu bedenken, dass der Zeitgewinn auf einer Strecke von 15 Kilometern mit drei Haltestellen angesichts der Investition eher gering ausfallen könnte. Lührs verwies demgegenüber auf das „hohe Sprintvermögen“ der Erixx-Züge, die trotz dreier Bahnhöfe einiges an Zeit herausholen könnten. Aus Pendlersicht konkurriere die Schiene mit dem Pkw, und mit dem avisierten Stundentakt seien Züge eine echte Alternative: „Aber dann dürfen sie nicht 60 fahren.“

Dr. Thomas Weiland (FWG) stützte den Antrag, gab aber zu bedenken, man solle mit Blick auf eventuell hohe Investitionen „gleichzeitig überlegen, ob es aus Wittinger Sicht nicht sinnvoller wäre, auch in die OHE-Strecke zu investieren“.

Von Holger Boden

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