156.000 Euro für Kauf der OHE-Trasse von Wittingen bis Radenbeck

Die Stadt hat Schienen

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Die OHE-Schienen an der Kakerbecker Straße: Die Stadt hat nun Zugriff auf den Gleisstrang bis Radenbeck.

Wittingen. Jetzt ist es amtlich: Die Stadt Wittingen kauft den Teil der alten OHE-Strecke nach Rühen, der auf ihrem Gebiet liegt. Der Stadtrat hat am Donnerstagabend mit großer Mehrheit dafür votiert, die Investition beläuft sich auf rund 156.000 Euro.

Dafür geht der rund 17 Kilometer lange Schienenstrang vom Bahnhof Wittingen-West bis zur Gemarkungsgrenze zwischen Radenbeck und Benitz ins Eigentum der Stadt über. Die Nebenanlagen gehören zunächst nicht zu dem Paket, auf das sich Stadt und OHE geeinigt haben. Hintergrund ist auch die Annahme, dass das Risiko für Kontaminierungen auf der eigentlichen Bahntrasse geringer ist. Die Gesamtfläche, die nun erworben wird, beträgt 221 101 Quadratmeter.

Aus der Politik war zwischenzeitlich die Forderung gekommen, dass das Altlastenrisiko beim Verkäufer und nicht beim Käufer liegen solle. Das war bei dem ausgehandelten Preis von 0,65 Euro pro Quadratmeter aber nicht mehr durchzusetzen. Der reine Kaufpreis liegt nun bei 143 715 Euro, der Rest sind Nebenkosten. Der Stadtrat beschloss am selben Abend den Nachtragshaushalt, über den die Mittel bereitgestellt werden.

Anfang 2016 war die Bahnstrecke nach jahrelanger Debatte entwidmet worden. CDU-Fraktionschef Uwe Hoppmann blickte in der Ratssitzung zurück auf die Diskussionen, die die Stadtpolitik seit einigen Jahren beschäftigen. Die CDU sei für die Entwidmung gewesen, auch aus den Nachbarkommunen sowie aus der Stadt Wolfsburg sei kein wirkliches Interesse an einem Bestand der Ohretalbahn gemeldet worden. „Wir schließen das Kapitel erfolgreich ab, wir können jetzt ohne äußere Zwänge über die Zukunft der Trasse entscheiden.“ Ideen für die künftige Nutzung wolle man „ergebnisoffen diskutieren“.

Friedrich Lührs (FWG) sagte, seine Fraktion bedauere die Entwidmung nach wie vor. Auch er sah es gleichwohl als entscheidend, dass die Stadt nun den Zugriff auf die Trasse habe. Die FWG votierte wie CDU und Grüne geschlossen für den Kauf. Ralf Beyer (Grüne) betonte, auch er sei seinerzeit gegen eine Entwidmung gewesen.

Vier Gegenstimmen gab es aus der SPD, dort stimmten nur Hans-Heinrich Koch und Jörg Bialas für den Kauf. Heinz-Ulrich Kabrodt monierte, dass es noch kein Nutzungskonzept gebe, und er sehe „die Gefahr“ von Draisinenverkehr auf der Strecke.

Letzteres ist eine der Ideen, die für die Nutzung der Schienen diskutiert werden – als mögliche Übergangslösung oder auch als touristische Dauereinrichtung. Andere Gedanken drehen sich um einen Radweg in Richtung Wolfsburg – wobei sich die Frage stellt, wie die Kommunen in der Samtgemeinde Brome mit ihren Teilen der Strecke umgehen werden. 

Von Holger Boden

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