Kleine Wallstraße 4: Stadt muss bei marodem Gebäude Stützmaßnahmen vornehmen

Stabilisierung vor Abriss

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Das marode Dach bestätigt den optischen Eindruck des gesamten Gebäudes.

Wittingen. Das Haus an der Kleinen Wallstraße 4 ist ein Abrissobjekt – das hatte Stadtbürgermeister Karl Ridder den Stadtrat schon vor Weihnachten wissen lassen, und die Notwendigkeit hat sich nach seinen Angaben in der Zwischenzeit bestätigt.

Denn die Stadt musste jetzt ein Unternehmen beauftragen, Stabilisierungsmaßnahmen an dem maroden Gebäude vorzunehmen.

Davon betroffen sind sowohl das Dach als auch der Keller, wie Ridder jetzt auf IK-Anfrage erläuterte. Ganz oben habe man Sorge dafür tragen müssen, dass die Schneelast das Dach nicht eindrückt, ganz unten habe mit Beton dafür gesorgt werden müssen, dass die feuchten Wände das Haus weiterhin tragen.

„Das hat mich in der Einschätzung bestärkt, dass das Gebäude weg muss“, sagt Ridder, der den Sachverhalt gestern Abend dem Verwaltungsausschuss erläutern wollte. Die Substanz gebe keinen Anlass zur Hoffnung auf einen langfristigen Erhalt der Immobilie. Ohnehin hatte die Stadt die Kleine Wallstraße 4 mit der Absicht gekauft, das Haus abzureißen, um an selber Stelle mit einem Parkplatz die Parksituation rund um Post-Filiale und Tafel zu entspannen. Ein „Schnäppchen“, wie der Rathauschef sagt. Nun soll das Gebäude wohl schon recht bald weichen, laut Ridder sind daran auch die Nachbarn interessiert. Einen Termin gebe es aber noch nicht.

Ein Nutzungskonzept für die Fläche allerdings auch nicht. In der Bauausschuss-Sitzung am nächsten Dienstag steht das Thema nicht auf der Tagesordnung. Die Falschparker sind durch Poller aus der Kleinen Wallstraße vertrieben worden, und ein neuer Parkplatz an Stelle von Haus Nummer 4 war zunächst kein großes Thema mehr, als klar wurde, dass die Stadt keine Durchfahrt zur Schmiedestraße schaffen kann.

Dennoch sei die Idee mit dem Parkplatz nicht völlig passé, meint Ridder. Man müsse im Detail beleuchten, was sich dort ohne Durchfahrt verwirklichen lasse. Die Politik müsse dann entscheiden. Alternativ sei auch die Schaffung neuen Wohnraums denkbar – Bedarf dafür sei derzeit ja durchaus vorhanden.

Ortsbürgermeister Wolfgang Trautmann kann sich letzteres ebenfalls vorstellen. Ein Parkplatz sei „nur sinnvoll, wenn man zur Schmiedestraße durchfahren kann“. Da das nicht realisierbar sei, sei eine neue Bebauung wohl die interessantere Variante.

Von Holger Boden

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