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Parolen gegen Ausländer und Polizisten in Knesebeck

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Von: Holger Boden

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Bauarbeiten am Knesebecker Bahnhof.
Der Knesebecker Bahnhof – hier die aktuellen Bauarbeiten für die Neugestaltung des Umfelds – ist erneut mit üblen Parolen verunstaltet worden. © Gerlach

Der Schock sitzt tief nach den tödlichen Schüssen auf zwei junge Polizisten in Rheinland-Pfalz.

Knesebeck – Und während sich zusätzliches Entsetzen darüber breit macht, dass selbsternannte „Querdenker“ auf Telegram über den Mord an den beiden Beamten jubeln, wird deutlich: Ähnliches Gedankengut findet sich auch im Nordkreis – und ist nicht nur im digitalen Raum, sondern auch im Ortsbild zu beobachten.

Unbekannte haben – vermutlich am Wochenende – einmal mehr ausländerfeindliche Parolen auf Fahrkartenautomaten und Stromkasten am Knesebecker Bahnhof gesprüht. Hakenkreuze sind dort am Montagmorgen ebenso entdeckt worden wie die Zahl „1312“ – ein Schmäh-Code, der an Polizisten adressiert ist. Und der im Prinzip das widerspiegelt, was jetzt in sogenannten sozialen Netzwerken an verstörender Zustimmung zu den Polizistenmorden von Kusel zu lesen ist.

„Das kann so nicht weitergehen“, sagt Dr. Thomas Weiland, der für die FWG im Knesebecker Ortsrat sitzt. Er hatte im vergangenen Sommer ähnliche Schmierereien am Knesebecker Bahnhof angezeigt. Die Ermittlungen seien nach seinen Informationen ergebnislos geblieben.

Nachdem die erneuten Schmierereien nun am Montag bemerkt worden sind, hat Weiland wieder Anzeige erstattet und mit dem Staatsschutz gesprochen. „Die Ermittlungen sollen wieder aufgenommen werden“, berichtet der Jurist. Er kenne Augenzeugenberichte, wonach die Schriftzüge und verfassungswidrigen Symbole am Freitag noch nicht da waren. Die Tat müsse sich also am Wochenende ereignet haben.

Weiland bewertet die Verstöße als „massiv“. Das Ganze sollte Mittwochabend bei einem informellen Treffen des Knesebecker Ortsrats auf den Tisch kommen. Aus Weilands Sicht ist es wichtig, dass die städtische Politik sich des wiederholten Problems annimmt: „Wir müssen irgendetwas tun.“

Dem Juristen ist bewusst, dass es keine einfache Lösung geben dürfte. Einer Video-Überwachung des Bereichs dürften Datenschutzbestimmungen entgegenstehen. Weiland hofft, dass vielleicht Stadt und Deutsche Bahn gemeinsam einen Weg finden.

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