Sprünge, Hügel und steile Kurven

Wittingen will eine Mountainbike-Strecke einrichten

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Das geht nicht nur im Gebirge: Mit Mountainbikes lässt sich auch im Flachland Spaß haben – erst recht auf einem passenden Parcours.

Wittingen. Mit dem Mountainbike über Stock und Stein: Die Stadt Wittingen macht Pläne für einen Bike-Park. Die Idee dafür haben zehn Jugendliche aus dem Stadtgebiet jetzt dem Sozialausschuss vorgestellt – der zeigte sich sehr angetan von dem Vorschlag.

Jonas Müller (r.) war mit neun Mitstreitern zu Gast im Sozialausschuss, um die Bikepark-Idee zu erläutern.

Die jungen Leute waren zuvor bei der Leiterin der Stadtjugendförderung, Helene Rausch, vorstellig geworden. Die unterstützt den Vorstoß: „Diese Jugendlichen stehen stellvertretend für viele, die sich gern bewegen“, sagte sie dem Ausschuss. „Es wäre schön, wenn wir einen Platz schaffen, wo sie das dürfen, wo sie gewollt sind.“ Der 14-jährige Jonas Müller skizzierte vor den Politikern, worum es geht: eine Wiese mit einem Mountainbike-Parcours mit Sprüngen, steilen Kurven und Erdhügeln. „Das wäre ein Leuchtturm für Wittingen“, meinte der Jugendliche, „das gibt es im ganzen Landkreis nicht.“

In der Tat müssen Mountainbike-Fans offenbar weit fahren – der Harz bietet Möglichkeiten, auch Hannover hat eine Strecke. Nicht jeder kann mal eben da hin. Und Rausch ergänzte, dass auch von schulischer Seite Interesse an einem solchen Parcours bestehe: „Die IGS Sassenburg und das Gymnasium Hankensbüttel haben eine Bike-AG, beide würden einen solchen Park nutzen.“

Ratsherr Thomas Knöfel (FWG) war begeistert: „Eine spannende Sache – das könnte ein Highlight für die Region sein.“ Um welche Flächengröße es dabei geht, wo die Anlage genau liegen soll und was das Ganze kosten wird, blieb noch unklar. So fand Christian Hinze-Riechers (CDU) den Bike-Park eine tolle Idee, doch sei es „schade, dass wir kostenmäßig im Trüben fischen“.

Eine Schätzung liegt nicht vor, weil die Idee noch zu neu ist. „Das kommt auch darauf an, in welchen Größenordnungen wir denken dürfen“, sagte Rausch. „Wir sind da völlig offen.“ Ein erster Blick auf die Landkarte habe ergeben, dass zum Beispiel der äußerste Zipfel des alten OHE-Geländes, nahe der Reithalle, gute Bedingungen bieten könnte – das Areal sei in städtischer Hand und gut erreichbar. Doch fix ist in dieser Hinsicht noch nichts.

Denkbar, so hieß es, sei beispielsweise ein Parcours mit drei Strecken von je 100 Metern Länge, in verschiedenen Schwierigkeitsgraden und damit auch offen für verschiedene Altersgruppen. Der Ausschussvorsitzende Artur Geiger (SPD) wusste zu berichten, dass die Jugendlichen sich aktiv an der Gestaltung des Bike-Parks beteiligen würden. Stadtbürgermeister Karl Ridder verwies darauf, dass es wichtig sei, eine möglichst naturnahe Anlage ohne feste Materialien zu schaffen: „Sonst erhöhen wir nicht unerheblich das Haftungsrisiko.“

Als Fazit bekam die Verwaltung den Auftrag, ein Grundstück zu finden und ein Konzept für einen Mountainbike-Parcours zu erarbeiten. Den Jugendlichen wurde mit auf den Weg gegeben, dass die Realisierung einige Zeit in Anspruch nehmen könnte. „Wir sind am Startpunkt eines Prozesses“, sagte Geiger.

Von Holger Boden

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