Bodenwellen als Gesundheitsrisiko / „Sicherheit aller geht vor“

Sporthalle der Hankensbütteler Hauptschule bleibt vorerst gesperrt

Die Turnhalle der Hankensbütteler Hauptschule ist aufgrund der Bodenwellen jetzt gesperrt worden.
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Die Turnhalle der Hankensbütteler Hauptschule ist aufgrund der Bodenwellen jetzt gesperrt worden.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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  • Paul Gerlach
    Paul Gerlach
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Hankensbüttel. Die Hankensbütteler Hauptschul-Sporthalle musste am Freitag gesperrt werden – wegen Bodenwellen im PVC-Schwingboden, die die Gesundheit der Sportler gefährden.

Die Endrunden um die Hallen-Kreismeisterschaft der d- und f-Junioren waren deshalb nach Wittingen verlegt worden (das IK berichtete), was für Verärgerung beim SV Hankensbüttel über die kurzfristige Absage gesorgt hatte.

„Die Sicherheit aller geht vor“ – der Schwingboden in der Halle schwinge mehr als er soll, erläutert Samtgemeindebürgermeister Andreas Taebel. „Wenn man in die Bodenwellen hineinläuft, kriegt man einen Schlag auf den Körper.“ In der Verwaltung sei man daher der Meinung, dies nicht mehr verantworten zu können. „Sowohl der Sportunterricht der Schulen als auch der Breitensport sind nicht mehr möglich“, so Taebel. Gerade im mittleren Bereich der Halle seien einige Trägerklötze unterhalb des Bodens wegen Materialermüdung umgefallen, auch die Randbereiche des Bodens seien betroffen. An einer Stelle gebe es eine besonders große Vertiefung.

Laut Taebel soll sich noch diese Woche ein Gutachter vor Ort ein Bild machen. „Der Gutachter wird sagen, ob Sport noch möglich ist oder ob eine kurzfristige Sanierung nötig ist“, sagt der Rathaus-Chef. Vielleicht sei es ja auch möglich, ein rechteckiges Loch in den Hallenboden zu schneiden, die Klötze wieder aufzurichten und das Loch wieder zu schließen.

„Wir hoffen, die Halle kurzfristig wieder zur Verfügung stellen zu können“, sagt Taebel. Im allerschlimmsten Fall müsse man die Halle aber erstmal geschlossen lassen und dann zeitnah eine Sanierung ansetzen. Als „höchst bedauerlich“ empfindet Taebel die Situation, aber die Gefahr beim Sporttreiben in der Halle sei zu groß.

Die Sperrung der Halle verschärft auch die Probleme des Gymnasiums, das dort einen Teil seines Sportunterrichts erteilt und in der eigenen Halle am Amtsweg ohnehin schon Platznöte hat. „Damit sind unsere Ausweichmöglichkeiten hinfällig“, sagte die kommissarische Schulleiterin Cornelia Röhrkasten gestern im Schulausschuss des Landkreises. Weil die warme Jahreszeit vor der Tür stehe, könne man die nächsten Monate vielleicht mit mehr Sport im Freien überbrücken, man hoffe auf eine Lösung bis zum Herbst. Es könne „kritisch werden“, sagte Röhrkasten, bis hin zu möglichen Unterrichtsausfällen.

Den Zeitpunkt für die Sperrung am Freitag – einen Tag vor dem geplanten Fußballturnier – konnte die Samtgemeinde laut Taebel nicht steuern. Sportlehrer des Gymnasiums und der Hauptschule sowie das Bauamt hätten sich die Situation angeschaut und sich dann gemeinsam für die Schließung am Freitag entschieden. Katja Knoll, Mitarbeiterin im Rathaus, habe sämtliche Nutzer der Halle noch am Freitag angerufen und sie auch alle erreicht. „Es hat keiner vor verschlossenen Türen gestanden“, sagt Taebel.

Am 20. Februar hatte das IK bereits über die Situation mit dem Hallenboden berichtet. Laut Taebel war die Samtgemeinde zu diesem Zeitpunkt zwar vorgewarnt, aber die Problematik sei „noch nicht in dieser Intensität bekannt“ gewesen. Mittlerweile habe sich die Situation verschärft.

Von Paul Gerlach und Holger Boden

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