Ein Bürgersteig am Tiefpunkt

Spittastraße in Wittingen: Zwei Anwohner monieren das Niveau ihres Gehwegs

+
Heinrich Burmeister und Barbara Frontczak-Preusse zeigen mit ein paar einfachen Werkzeugen den sieben Zentimeter großen Niveau-Unterschied zwischen Asphalt-Kante und Gehweg-Randstein – der Asphalt ist höher.

Wittingen – Für Heinrich Burmeister und seine Nachbarin Barbara Frontczak-Preusse ist es ein echter Tiefpunkt des Tiefbaus: Die beiden Anwohner der Spittastraße ärgern sich über rund 20 Meter Bürgersteig vor ihren Haustüren, die nach dem Ausbau der Straße unter Fahrbahn-Niveau liegen.

Dort, so Burmeister, stehe nach einem Regenguss nun stets jede Menge Wasser: „Das hätten die Planer sich an fünf Fingern abzählen können.“

Dieses Bild zeigt das Gefälle der Gosse hin zum abgeflachten Randstein.

Was da im Zuge der achtmonatigen Arbeiten eingebaut wurde, das hätten Bauarbeiter ihm gegenüber als „Pendelgosse“ bezeichnet, sagt Burmeister. Ein Begriff, mit dem nicht jeder Laie gleich etwas anfangen kann, der aber wohl eine Ablaufrinne mit wechselnder Querneigung bezeichnet. Das Ergebnis vor seinem Grundstück: Der abgesenkte Kantenstein des Gehweges liegt etwa 7 Zentimeter tiefer als der Rand der Asphaltdecke.

Die Kante, die den Bürgersteig zum Grundstück hin begrenzt, liegt deutlich unter dem Niveau des alten Gehwegs, das ist an den Spuren am Mauersockel zu erkennen.

Mit Blick auf die nun tiefliegenden Pflastersteine sagt Burmeister: „Wir haben das zu Anfang moniert, aber man hat nicht auf uns gehört. Die Stadt hätte einen Ingenieur zu den Baubesprechungen schicken müssen, aber das ist nicht passiert.“ Solches Fachpersonal sei jedoch zu der Zeit des Spittastraßen-Ausbaus im Rathaus nicht vorhanden gewesen.

Burmeister sagt, er und seine Nachbarin würden sich „schon eine Änderung wünschen“. Ob aber der Bürgersteig tatsächlich nochmal angefasst wird? Als Burmeister sich ans Bauamt gewandt hat, hat er von dort die Rückmeldung bekommen, man habe beim zuständigen Planungsbüro nachgefragt, aber von dort habe es geheißen: Änderungen gibt’s nicht mehr. Sven Zaft, Mitarbeiter des Bauamts, bestätigt das: Laut Techniker und Planungsbüro sei die von Burmeister und Frontczak-Preusse kritisierte Bauweise „nicht schön, aber im Rahmen des Richtigen – es geht nicht anders“.

Burmeister hofft dennoch auf Änderung und entsprechendes Handeln durch die Politik: „Es gibt ja einen Bauausschuss – der müsste das doch entscheiden.“

VON HOLGER BODEN

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare