Wittinger Straßenbau: Neue Spittastraße eins der größten Projekte für 2018

Sparwillen trifft auf Schlaglöcher

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Sechsstellige Summen: Die Sanierung von Wirtschaftswegen, ein neuer Trecker für den Bauhof und die Erneuerung der Spittastraße gehören zu den großen Posten im Wittinger Verkehrs-Etat.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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Wittingen. Die Stadt Wittingen will sich den Straßenbau auch im kommenden Jahr einiges kosten lassen – bei der Haushaltsberatung im Verkehrssausschuss war jetzt aber deutlich zu spüren, dass alle Fraktionen mit Macht die „schwarze Null“ wollen.

So sah der zur Debatte stehende Entwurf wieder eine runde Million Euro für die Unterhaltung von Gemeindestraßen (700 000 Euro) und Forst- und Wirtschaftswegen (300 000 Euro) vor. Die seit Jahren aus Reihen der Politik monierte Tatsache, dass in einem Haushaltsjahr in der Regel viele veranschlagte Vorhaben nicht abgearbeitet werden können, nutzte der Ausschuss als Steilvorlage zum Sparen: Weil für Wirtschaftswege laut Bauamtsleiter Sascha Liwke noch rund 170 000 Euro aus den Vorjahren zur Verfügung stehen, wurde der neue Ansatz für den Kampf gegen Schlaglöcher auf 200 000 Euro gekürzt. Bei den Gemeindestraßen geht man in der Verwaltung sogar noch von 400 000 Euro „altem Geld“ aus. Das soll 2018 nun mit „nur“ 300 000 Euro aus frischen Mitteln ergänzt werden.

Bedarf gibt es allenthalben: Anmeldungen für Straßensanierungen kommen beispielsweise aus Boitzenhagen, Erpensen, Kakerbeck, Knesebeck – und vielen weiteren Orten. Noch mehr Geld wäre da willkommen, würde aber eventuell auch nichts nützen, weil eben nur eine begrenzte Zahl von Projekten zu schaffen ist. Ein zusätzlicher Tiefbauer im Rathaus soll ab 2018 helfen, solche Engpässe zu beheben.

Zu den größten investiven Einzelposten im kommenden Jahr gehört die Erneuerung der Spittastraße in Wittingen. Für dieses Vorhaben (auf einer Länge von 575 Metern) sollen 642 000 Euro bereitgestellt werden. Die Barkhausenstraße findet sich nicht in der Investitionsliste, auch die Carl-Peters-Straße kommt wohl frühestens 2019 an die Reihe.

Ein Großteil der Ausgaben für den Straßenraum könnte im nächsten Jahr auch mit Projekten der Dorferneuerung zusammenhängen, bei denen mit rund 40 Prozent Förderung vom Land gerechnet wird. Im Gespräch sind etwa die Gestaltung des Ortseingangs von Lüben (305 000 Euro), die Sanierung des Glüsinger Rundlingsplatzes (286 000 Euro) oder die Verkehrsberuhigung der Teschendorfer Ortseinfahrten (120 000 Euro). Abzuwarten bleibt – auch mit Blick auf die bis zum Jahresende noch anstehenden Etatberatungen –, welche dieser Projekte tatsächlich zum Zuge kommen.

Ein Dorferneuerungs-Vorhaben fiel durch seine siebenstelligen Kosten auf: In Darrigsdorf werden 1,05 Millionen Euro für die Neugestaltung der Dorfstraße veranschlagt – eine Summe, die die Politik sichtlich überraschte. „Da habe ich Bauchschmerzen“, meinte etwa Friedrich Lührs (FWG). Anderen ging es ähnlich, zurückziehen wollte das Vorhaben dann aber doch (noch) niemand.

Ein neuer Trecker für den Bauhof (der alte Fendt 380 GTA hat über 13 000 Betriebsstunden auf dem Buckel) soll 150 000 Euro kosten. Der Ausschuss sagte dazu erst einmal ja – das neue Fahrzeug gilt aber als Streichkandidat, wenn es bei der Diskussion im Finanzausschuss eng wird.

Von Holger Boden

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