Reaktion auf Digitalisierung / SB-Zweigstellen in Knesebeck und Groß Oesingen

Sparkasse streicht Filialen

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Die Knesebecker Zweigstelle der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg wird – wie auch der Standort Groß Oesingen – ab November zur SB-Filiale, Personal gibt es dort dann nicht mehr. 

Landkreis Gifhorn. Aus 44 mach 41: Die Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg verkleinert ihr Filialnetz.

Mit Blick auf aktuelle Herausforderungen wie Niedrigzins und geändertes Kundenverhalten sollen zum einen Kosten gespart werden, zum anderen setzt das Institut künftig noch stärker auf digitale Kommunikationskanäle. In Gifhorn fällt die Filiale am Dannenbütteler Weg Ende Oktober ersatzlos weg, in Wolfsburg werden ab 2020 mehrere Standorte zu einem zusammengefasst. Im Nordkreis werden aus den Zweigstellen in Knesebeck und Groß Oesingen zum 1. November SB-Filialen ohne Personal. Das Geldinstitut plant keine Entlassungen. Die Belegschaft wurde gestern informiert.

Der Vorstand der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg: Klaus Lüdiger (v.l.), Kay Hoffmann und Gerhard Döpkens.

Der Vorsitzende des Vorstands, Gerhard Döpkens, erläuterte am Abend die Hintergründe der Entscheidungen, die der Verwaltungsrat am Donnerstag abgesegnet hat. Der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg gehe es gut, man müsse aber die Weichen dafür stellen, dass das auch so bleibt. Die Niedrigzinsphase verringere die Erträge, daher steuere man beim Aufwand gegen. Das Personal wird darum seit 2016 und noch bis 2021 sukzessive verringert: Von 530 im Jahr 2015 will das Institut in drei Jahren die Zielgröße von 430 vollen Stellen erreicht haben. Ohne Kündigungen, nur durch Fluktuation.

Einige Mitarbeiter werden aber – bei gleichen Konditionen – künftig neue Aufgaben bekommen. Denn als die „zentrale und nachhaltige Herausforderung“ sieht die Sparkasse das von der Digitalisierung stark veränderte Verhalten der Kunden. Die machen immer mehr Online-Banking, suchen die Filialen nur noch selten auf, die Website dafür umso öfter.

Die Sparkasse reagiert einerseits mit den genannten Schließungen, und neben Groß Oesingen und Knesebeck werden auch die Geschäftsstellen in Calberlah und Jembke sowie drei Filialen in Wolfsburg zu SB-Zweigstellen (jeweils ab 1. Januar 2019). Mitunter könnten die an neue, verkehrsgünstige Standorte verlegt werden. Für diesen Herbst ist zudem eine Reduzierung von Öffnungszeiten der Filialen vorgesehen.

„Ich habe Verständnis, wenn das alles nicht kritiklos aufgenommen wird“, sagt Döpkens, der gestern die Bürgermeister der betroffenen Orte informiert hat. Innerhalb des Kreditinstituts seien die Veränderungen „intensiv diskutiert“ worden, Vorstand und Verwaltungsrat stünden „uneingeschränkt dahinter“. Leicht gefallen sei das Ganze nicht: „Die DNA einer Sparkasse besteht schließlich auch in der Präsenz in der Fläche.“ Bei der Auswahl der Standorte, die künftig wegfallen oder SB-Filialen werden, wurde laut Döpkens darauf geachtet, dass andere Zweigstellen in zumutbarer Nähe seien. Wer gar nicht mobil ist, könne auch mit seinem Berater über Hausbesuche reden.

Zu dem verabschiedeten Paket gehört andererseits auch das Ziel, die Erträge zu steigern. Helfen soll dabei der Ausbau der Internetfiliale und der Möglichkeiten für das Banking vom Wohnzimmer aus. Ein Telefon-Center für Privatkunden und eins für Firmenkunden – jeweils in Gifhorn angesiedelt und mit Mitarbeitern aus dem Stamm besetzt – soll Service-Leistungen und perspektivisch auch Video-Chats anbieten.

Von Holger Boden

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