Zakis Monatsbilanz: Toller September-Schlussspurt / Wind und Regen nahen

Später Sommer im Herbst

Herbst? Sommerliches Stillleben bei Glüsingen am 23. September. Foto: Degenhardt

Isenhagener Land. Am Donnerstag beendet die Kaltfront des ehemaligen Hurrikans „Ophelia“ den rekordwarmen Altweibersommer mit einem massiven Temperatursturz endgültig. Dann heißt es: Mantel statt Badehose.

Denn am Freitag und Sonnabend erwartet uns typisches Herbstwetter mit stürmischen Winden, vielen Schauern (teils gewittrig) und Höchsttemperaturen von nur noch 13 bis 14 Grad, in den Nächten teilweise unter fünf Grad.

Sonntag und Montag sorgt wahrscheinlich ein schwacher Keil des Azorenhochs für vorübergehende Wetterberuhigung und leicht steigende Temperaturen, bevor uns ein neuer Peitschenschlag des Herbstes trifft. Für die zweite Hälfte der nächsten Woche deutet sich dann aber durch ein neues Hoch aus Südwesten der Einzug des Goldenen Oktobers an. Ob es tatsächlich dazu kommt, ist jedoch noch recht unsicher.

Der Rückblick: In den ersten drei Septemberwochen änderte sich an dem Witterungsmuster aus dem Sommer nichts. Atlantische Tiefausläufer brachten dem Isenhagener Land vor allem in der ersten Monatshälfte viele Wolken und teils kräftige Niederschläge und bis in die dritte Monatswoche hinein auch viel Wind, womit uns der Herbst schon sehr nahe kam. Auffällig an dieser ungemütlichen Grundstimmung: Die wenigen warmen und sonnigen Tage konzentrierten sich vorwiegend auf die Wochenenden, von denen die ersten beiden auch noch extrem schwül waren, so dass so mancher Kreislauf ins Wanken kam. Die stickigen Bedingungen gingen auf das Konto von zwei ehemaligen Wirbelstürmen, die auf ihrem Weg nach Skandinavien jede Menge subtropischer Luft nach Mitteleuropa pumpten.

Buchstäblich ein Geschenk der Himmels war die Komplettumstellung der Großwetterlage zum astronomischen Herbstanfang am 23. September. Durch den Aufbau eines stabilen Hochdruckrückens über West- und Mitteleuropa wurden die uns schon seit Juli quälenden Tiefdruckgebiete auf den Atlantik und nach Nordskandinavien abgedrängt.

Damit konnte der Altweibersommer mit strahlendem Sonnenschein und spätsommerlichen Temperaturen so massiv Einzug halten wie selten. Bei einem vielfach wolkenlosen und tiefblauen Himmel erreichten die Temperaturen am 26. und 30. September mit 24,7 beziehungsweise 27,1 Grad in Wittingen neue Tagesbestmarken. Und am 1. Oktober wurde mit 26,0 Grad gleich noch ein neuer Monatsrekord nachgeschoben.

So konnte der September durch den sommerlichen Endspurt am Ende doch noch glänzen. Gemessen am Klimamittel 1961 bis 1990 fiel er zwischen Aller und Elbe um 1,4 bis 2 Grad zu warm aus, war 15 bis 30 Prozent zu trocken bis normal feucht und rund 20 Prozent zu sonnig.

Von Reinhard Zakrzewski

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