Sommer in Hochform

Diese hochsommerlichen Temperaturen sind zum Heumachen ideal. Ansonsten aber stöhnen viele Menschen über die Hitze, die auch in den Nächten zu schaffen macht.

Isenhagener Land - Von Reinhard Zakrzewski. Public-Viewing im Freibad könnte der neueste Trend an diesem Wochenende werden. Bei Temperaturen um 35 Grad zum Viertelfinalspiel am heutigen Samstagnachmittag und noch nahe 30 Grad am Sonntag ist es im Freien wohl nur im Wasser oder mit einem nassen Handtuch um Kopf und Hals auszuhalten.

Subtropische Heißluft direkt aus Afrika ist die Ursache für diese extreme Hitze mit zunehmender Schwüle, bei der in der prallen Sonne Kreislaufprobleme bis hin zum Hitzschlag drohen.

Auch in den Nächten ist bei Tiefstwerten von 18 bis 20 Grad an Erholung kaum zu denken. Etwas Abkühlung naht mit einer Kaltfront, die das Isenhagener Land in der kommenden Nacht von West nach Ost überquert. Viel Regen oder starke Gewitter werden wohl nicht dabei sein, dafür teils stürmische Windböen.

Auf unter 25 Grad geht es mit den Temperaturen erst am Dienstag, bevor der Sommer ab Mittwoch erneut zur Hochform aufläuft. Eine flächenhafte Überregnung und damit Reduzierung der sehr hohen Wald- und Flurbrandgefahr ist bis zum kommenden Wochenende nicht in Sicht.

Dann ist auch der für den Hochsommer kritische Siebenschläferzeitraum, der aus meteorologischer Sicht vom 27. Juni bis zum 10. Juli dauert, abgehandelt. Wetterbestimmend war in der vergangenen Woche ein Keil des Azorenhochs, der sich nur kurzzeitig von schwachen Atlantikfronten und Gewitterstörungen beeindrucken ließ.

Dies wird – aus heutiger Sicht – auch in der kommenden Woche so bleiben. Damit kann, gemäß der Siebenschläferregel, das Resümee für die anstehenden Hochsommerwochen nur heißen: „Überwiegend sonnig, trocken und warm bis heiß!“

Nach dem gefühlt verkorksten Frühjahr kam im Juni die Wende zum Guten. Größere Schwächen zeigte lediglich das zweite Monatsdrittel, in dem die Tagestemperaturen im Isenhagener Land nur vereinzelt über 20 Grad hinauskamen. Höhepunkt und Abschluss dieser für die zweite Junidekade typischen kühlen Witterungsphase (Schafskälte) war ein heftiger Polarlufteinbruch vom 18. bis 20. Juni mit Tagestemperaturen um 17 Grad und sechs bis acht Grad in der Nacht. Danach kam nur noch Sommerwetter vom Feinsten. Temperaturen bis zu 30 Grad gegen Monatsende, ein oftmals wolkenloser Himmel und absolute Trockenheit drückten dem ganzen Juni ihren freundlichen Stempel auf.

Bei Monatsniederschlägen von lediglich 20 bis 30 Liter/Quadratmeter und nur lokal bis zu 40 Liter/Quadratmeter (Faßberg) liefen die Beregnungsanlagen zwischen Aller und Elbe im Dauereinsatz. Bemerkenswert: Trotz der hohen Anzahl von neun bis 13 Sommertagen (ab 25 Grad) und einem, vereinzelt zwei sogenannten „heißen Tagen“ (30 Grad und mehr) lag die Juniwärme im nordöstlichen Niedersachsen nur 0,4 bis ein 1,2 Grad über dem 30-jährigen Klimamittel (1961 bis 1990).

Hier spielten die insgesamt zu niedrigen Nachttemperaturen eine Rolle, die die deutlich zu hohen Tageswerte relativierten. Enorm hinlangen konnte die Sonne. Auf fast 300 Stunden brachte sie es in einem Streifen von der Südheide bis ins Wendland. So wurde dieser Juni in unserer Region – nach 1992 – nicht nur der zweitsonnigste, sondern zusammen mit den Jahren 1959, 1970, 1976 und 1996 auch einer der trockensten der Nachkriegszeit.

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