Zwischenbilanz am Ferienende: Note „mangelhaft“ ist nicht nur gefühlsmäßig berechtigt

Sommer mit ganz miesen Werten

Sinnbildlich für einen viel zu nassen Sommer: Kinder ziehen die neue Seilfähre im Otter-Zentrum durch den strömenden Regen. bo

Isenhagener Land. Bleigrauer Himmel statt Sonnenschein, herbstliche Kühle statt Hitze – gefühlt war der Sommer im Isenhagener Land bislang ein Reinfall.

Für die Schüler brachten die gestern zuende gegangenen Ferien damit nicht das Badewetter, auf das so viele gehofft haben dürften.

Besonders hart trifft es auch die Landwirte, die nach der Frühjahrsdürre fast übergangslos mit Sommernässe zu kämpfen hatten. Behält der Regen bis Ende August weiter die Oberhand, drohen erhebliche Ertragseinbußen bei dem noch einzubringenden Roggen- und Weizenbeständen.

Doch wie schlecht war der Sommer nach den Messdaten bisher wirklich? Die Hauptwetterelemente Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein bestimmen die gefühlte Qualität des Sommers. Vor allem das Verhältnis von Regen und Sonne ist wichtig. Schaut man in die Statistiken, so sind heiße und trockene Sommer in unseren norddeutschen Breiten eher die Ausnahme, die wechselhafte und feuchte Variante aber besonders im Juli die Regel (häufigste Nordwest-Wetterlagen im Jahr). Nach dem 30-jährigen Klimamittel (1961-1990) muss ein durchschnittlicher meteorologischer Sommer (Juni, Juli, August) in Wittingen eine Mitteltemperatur von 16,7 Grad erreichen, 208 Liter Regen pro Quadratmeter liefern und 622 Stunden Sonnenschein bringen. An 24 Tagen sollte das Thermometer auf mindestens 25 Grad klettern (Sommertag), davon an vier bis fünf Tagen auch auf 30 Grad oder mehr („Heißer Tag“).

Bis zum 15. August betrug die Durchschnittstemperatur des Sommers in Wittingen 17,0 Grad (0,6 Grad zu warm; Klammerwerte bezogen auf zweieinhalb Monate), die Regensumme 185 Liter (11 Prozent zu nass) und die Sonnenscheindauer 448 Stunden (17 Prozent zu trübe). 19 Sommertage meldete die Wetterstation in Vorhop, davon nur zwei Heiße Tage.

Damit ist, abgesehen von der Wärme, die Vergabe der Note „mangelhaft“ für die Güte es Sommers 2001 nicht nur gefühlsmäßig voll berechtigt. Unterbrochen von nur wenigen positiven Dellen, ging es mit dem Sommerwetter seit der ersten Juniwoche wie auf einer schiefen Ebene stetig bergab.

Doch damit ist nun endlich Schluss. Durch einen nach Mitteleuropa wandernden Ableger des Azorenhochs kann der Sommer ab dem Wochenende noch einmal massiv auftrumpfen. Das Hoch macht an seiner Westseite nämlich den Weg für subtropische Warmluft vom Mittelmeer frei, so dass es im Isenhagener Land ab Sonnabend sehr sonnig wird und am Sonntag schon über 25 Grad warm. Am Montag sind vorübergehend sogar hochsommerliche 30 Grad in Reichweite, bevor sich am Dienstag aus Westen wieder Schauer und Gewitter nähern. Ob der von einigen Wettermodellen angedeutete Temperaturrückgang dann zur Wochenmitte tatsächlich kommt, ist längst noch nicht sicher.

Von Reinhard Zakrzewski

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