„Skandalöse“ Hitze

Der Schul- und Kindertagesstättenausschuss machte sich am Montag ein Bild von den Klassenräumen auf der Ost-Seite des B-Gebäudes der Hankensbütteler Grundschule. Foto: Peter

Hankensbüttel. Es ist heiß im B-Gebäude der Hankensbütteler Karl-Söhle-Schule, und das nicht nur im Hochsommer. Während der Arbeiten am B-Gebäude der Schule wurden die auf der Ostseite stehenden Bäume gefällt, die bisher für Schatten sorgten.

Das Fehlen der Bäume bekommen Schüler und Lehrer im B-Trakt deutlich zu spüren. Ein Wärmedämmverbundsystem und neue Fenster wurden zwar während der Arbeiten am Gebäude eingebaut, schützen die Räume allerdings nicht ausreichend gegen die Hitze von draußen. Der Schul- und Kindertagesstättenausschuss der Samtgemeinde Hankensbüttel nahm während einer Bereisung das B-Gebäude in Augenschein.

Die Grundschule hat Temperaturprotokolle geführt. Bereits im März sollen nach Auskunft der Lehrer in den betreffenden vier Räumen 28 Grad gemessen worden seien. Hitzefrei gibt es nicht mehr, Schüler und Lehrer sind bis 13 Uhr in der Schule. Einige Kinder würden daher über Probleme wie starke Kopfschmerzen klagen. Die Schule hat eine Temperaturkurve für die Klassen 1b, 1c und 2b angelegt, deren Ergebnisse eine eindeutige Sprache sprechen.

In der Klasse 2b wurden im März sogar zweimal 35 Grad Celsius gemessen. Auch in der 1b lag die Raumtemperatur laut Aufzeichnungen seit Mai häufig bei 30 Grad und darüber. In der 1c liegt die Temperatur fast konstant seit Monaten bei 25 Grad Celsius. Keine leichte Aufgabe für Schüler und auch Lehrer, bei diesen Temperaturen zu arbeiten.

Peter Dietz (Grüne) empfand diese Situation als „skandalös“. Fachleute hätten am B-Gebäude gearbeitet, und nun das. Nach Meinung von Dietz müsse dort nachgerüstet werden. Dietz: „Und das muss die öffentliche Hand bezahlen.“

Eine mögliche Verdunkelung des B-Gebäudes stand im Anschluss auf der Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses. Samtgemeindebürgermeister Andreas Taebel erläuterte, dass man massive Einwachsungen im Kanalnetz festgestellt hatte, weshalb die Bäume auf der Ostseite weichen mussten. Welche Folgen die fehlenden Bäume haben würden, sei bekannt gewesen. Dietz zweifelte daran, dass diesbezüglich seitens der Verwaltung alles durchdacht und kalkuliert wurde. Laut Verwaltungsmitglied Marc Bludau sei das Fällen der Bäume mit der Schule abgesprochen worden.

Für eine Verdunkelung der gesamten Fenster auf der Ostseite des B-Gebäudes geht die Verwaltung von Kosten von 40 000 Euro aus. Dabei würde es sich um eine elektrische Anlage handeln, die von außen installiert werden würde. Auf einen günstigeren Preis würde die Verwaltung laut Bludau nicht kommen.

„Es muss unbedingt etwas passieren“, fand Inge Elvers (SPD). Angesichts der hohen Kosten müssten ihrer Meinung nach aber von der Verwaltung alle Möglichkeiten zur Beseitigung des Problems erörtert werden. Ähnlich sah das auch Linda Braun (CDU), die gern andere Lösungsvorschläge hätte. Ingrid Wrede (FDP) merkte an, dass zudem geprüft werden müsse, ob durch eine Beschattung auch das Raumklima verbessert werde.

Dietz plädierte dafür, den Beschlussvorschlag der Verwaltung (keine Haushaltsmittel für eine Verdunkelung einzustellen) abzulehnen. Die Verwaltung solle weiter prüfen. Elvers stellte den weitergehenden Antrag, dass die Verwaltung weitere Alternativen zur Verdunkelung prüfen und Modelle zur Abkühlung vorstellen solle. Der Schul- und Kindertagesstättenausschuss empfahl dies einstimmig.

Von Sabine Peter

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