Sissi, Salz und viel Kultur

Die gesamte Reisegruppe der Kulturfahrt vor malerischer Kulisse in der Weltkulturerbestadt Hallstatt. In Hallstatt befindet sich das älteste Salzbergwerk der Welt.

Bad Ischl/Wittingen - Von Rüdiger Lange. Nach Budweis (Tschechien), Riga (Lettland) und Radom (Polen) sind seit Dienstag Bilder der Lübener Werkstattwochen in Bad Ischl (Österreich) zu sehen. Die beeindruckende Ausstellung in der ehemaligen Trinkhalle der Kaiserstadt wurde im Beisein von Bad Ischls Bürgermeister Hannes Heide und weiteren Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur eröffnet.

Mit dabei waren viele Künstler der Werkstattwochen aus vielen Ländern und Kunstinteressierte des Nordkreises Gifhorn. Die Trinkhalle gehört zum Weltkulturerbe und wird nur für ganz besondere Anlässe zur Verfügung gestellt.

Die Ausstellung, die von den österreichischen Künstlern Maria und Fred Gruber sowie vom Kulturverein Wittingen organisiert wurde, stieß sofort auf großes Interesse. Das Ambiente und der Zeitpunkt konnten nicht besser sein. Feierte die Stadt Bad Ischl doch gerade Kaisertage von Franz Joseph mit vielen tausend Gästen.

Während der Eröffnung erinnerten die ehemalige Landrätin des Landkreises Gifhorn, Margarete Pertzel, und Wittingens Kulturvereinsvorsitzende Ursula Brüns an das Entstehen der internationalen Werkstattwochen nach dem Fall der Mauer und deren große Bedeutung beim Zusammenwachsen Europas. „Kunst verbindet, Kunst überschreitet nationale und politische Grenzen, Kunst schlägt Brücken. Dafür stehen die Künstlersymposien der Internationale Werkstattwochen in Lüben und die zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland“, sagte Brüns.

Sie dankte allen, die zum Gelingen dieser Ausstellung beigetragen haben, besonders aber der Stadt Bad Ischl mit Bürgermeister Hannes Heide und Landesmusikschuldirektor Wolfgang Bobowski an der Spitze, der Familie Gruber und den Sponsoren.

„Die Idee der Werkstattwoche unterstreicht gerade in Verbindung mit den Ausstellungen bei europäischen Freunden ihren ganz besonderen völkerverbindenden Charakter. Wir sehen darin auch den wichtigen Beitrag, über die Kunst den Gedankenaustausch und die menschlichen Beziehungen, den europäischen Gedanken zu stärken und voranzubringen“, unterstrich Brüns.

Bürgermeister Heide lobte die Idee derartiger internationaler Symposien. „Als ich davon hörte, habe ich diese Ausstellung sofort unterstützt. Ist es doch etwas ganz Besonderes, wenn Künstler aus verschiedenen Ländern über einen längeren Zeitraum zusammen arbeiten, leben und kreativ sind“, sagte er.

Wie Bürgermeister Heide ist auch Direktor Bobowski vom Erfolg der Ausstellung überzeugt. „Das ist einmalig, was hier geschaffen wurde“, urteilte Bobowski. Das Geigenduo Anna und Josip Matitic umrahmten die Ausstellungseröffnung musikalisch perfekt.

Als Gastgeschenke überreichten Brüns und die Künstlerin Thea Pini ein von ihr gemaltes Bild an den Bürgermeister. Direktor Bobowski erhielt aus den Händen des 2. Vorsitzenden des Kulturvereins, Johannes Plumeyer, ein Buch über die deutsch-deutsche Grenze und den Fall der Mauer. Plumeyer hatte die Wende als Wittinger Stadtdirektor miterlebt. Wenige Tage später hatten sich die ersten Künstler aus West und Ost getroffen – die Geburt der ersten internationalen Künstlerwoche war eingeleitet worden.

Schon kurz nach der Ausstellungseröffnung wurde Ursula Brüns von zahlreichen Galeristen und Privatsammlern angesprochen. Auch Maria Gruber bestätigte das große Interesse an den Werken. „Viele Kunstsammler und an Kunst Interessierte aus dem In- und Ausland haben bisher die Ausstellung besucht“, informierte sie gestern. Die rund 100 Werke sind in der Kaiserstadt noch bis zum 30. August zu sehen.

Zur Ausstellungseröffnung hatte der Kulturverein auch eine eindrucksvolle Kulturfahrt organisiert. Die Fünf-Tage-Busreise mit war gespickt mit vielen Sehenswürdigkeiten im Salzkammergut (siehe Kasten). Ob vom Besuch der Weltkulturerbestadt Hallstatt sowie eines Beinhauses an der dortigen katholischen Kirche, vom Pacher-Altar in der Pfarr- und Wallfahrtskirche in St. Wolfgang oder von der Kaiservilla in Bad Ischl, in der Kaiserin Sissi sich sehr wohl fühlte und Kaiser Franz Joseph den Ersten Weltkrieg mit besiegelte – die Teilnehmer der Fahrt waren begeistert von Schönheit und Geschichte des Salzkammergutes.

Ihr Dank galt Busfahrer Ralf Klingenberg und dem gesamten Team des Kulturvereins, die zum Gelingen des Projektes „Bad Ischl“ beigetragen haben.

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