IK-Wettermann Zaki: 12 Grad im Nordkreis sind Rekord – und Winter ist nicht in Sicht

Silvester war nie wärmer

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Keine Angst: Dieses Foto zeigt schon noch Australien – und nicht den Bernstein-, Tankum- oder Ohresee. Allerdings hatte 2017 den wärmsten 31. Dezember aller Zeiten im Kreis zu bieten.

Isenhagener Land. Nach der guten Witterungsregel – „Ist bis Dreikönigstag (6. Januar) kein Winter, so kommt auch ein richtiger mehr dahinter“ – sieht es für den Winter weiterhin schlecht aus.

Denn sind der Dezember und die Tage bis zum 6. Januar insgesamt wärmer als im vieljährigen Durchschnitt, wird der Januar in 70 Prozent und der Februar in 60 Prozent aller Fälle ebenfalls zu warm.

Diese Regel hat sich in den vielen milden Winter seit Anfang der 90er Jahre immer wieder bestätigt und zu einer handfesten Prognose gemausert. Einzelne, meist aber nur kurze Kaltlufteinbrüche sind dabei nicht ausgeschlossen. Ein solcher steht uns ab dem Wochenende tatsächlich bevor. Denn mit der Bildung eines Hochs über Skandinavien wird der Atlantikluft der Weg nach Norddeutschland abgeschnitten. Stattdessen fließt aus Osteuropa bodennah mäßig kalte Luft ein.

Von Sonntag bis voraussichtlich Freitag wechseln sich dichte Wolken, Nebel, Hochnebel und Sonne ab. Während der Sonntag mit Werten von plus 2 bis minus 3 Grad wohl der kälteste und trübste Tag der Woche im Nordkreis ist, kann sich die Sonne im Verlauf zumindest zeitweise durchsetzten. Die Höchstwerte erreichen etwa drei Grad, die nächtlichen Minima um null Grad. Schneeflocken sind eher nicht zu erwarten, dafür – nach aktuellem Stand – zum übernächsten Wochenende schon wieder eine Milderung.

Wie schon in den Vormonaten hatten wir es auch im Dezember mit einer fast ununterbrochenen Kette von Wolken- und Niederschlagsgebieten vom Atlantik zu tun. Hin und wieder schwenkte die milde Westströmung auf die nasskalte Nordwestrichtung um, sodass die Niederschläge dann vor allem in der Nacht als Schnee fielen und sich an einzelnen Tagen eine regional ordentliche Schneedecke bilden konnte (Wittingen bis zu 7 Zentimeter / 3. Dezember).

Pünktlich zum Fest rauschte das ungeliebte Weihnachtstauwetter heran. Nach kurzer Abkühlung zwischen den Jahren drehte die atlantische Warmluftdüse zum Jahreswechsel noch einmal richtig auf. Zwischen Aller und Elbe erlebten wir dabei den mit Abstand wärmsten 31. Dezember seit Beginn der Messungen. Örtlich wurde die 10-Grad-Marke am Silvestertag das erste Mal überhaupt geknackt und die alten Bestmarken dabei gleich um mehr als zwei Grad getoppt (Wittingen neu 12,2 Grad; bisher 10,0 Grad/2012).

Von Reinhard Zakrzewski

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