Supergenaue Atomuhr sorgt für Zeitumstellung in der Nacht zu morgen

Signal aus Braunschweig

Die Braunschweiger sind „Hüter der Zeit“: Bei Funkuhren erfolgt die Zeitumstellung vollautomatisch. Des entscheidende Signal kommt aus der Stadt Heinrichs des Löwen. Foto: picture-alliance

Isenhagener Land. Die Sommerzeit wird in der Nacht zu Sonntag auf Winterzeit umgestellt. Das bedeutet eine Stunde länger schlafen. Bei der Umstellung am kommenden Sonntag um 3 Uhr funktioniert technisch alles automatisch. Die Uhren werden um eine Stunde zurückgestellt.

Das entscheidende Signal dafür kommt aus Braunschweig.

Seit Einführung der Sommerzeit vor nunmehr 31 Jahren sorgen die Wissenschaftler der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig dafür, dass alle öffentlichen und privaten Funkuhren das entscheidende Signal bekommen.

Denn die PTB Braunschweig ist mit ihren supergenauen Atomuhren die „Hüterin der amtlichen Zeit“. Zugleich gibt sie die Zeit auch weiter: Über das Internet und über Radiosignale, die von einem Langwellensender bundesweit (und darüber hinaus) ausgestrahlt werden.

„Der Sender DCF 77 in Mainflingen bei Frankfurt wird wie immer programmiert. Das ist alles narrensicher“, betont PTB-Sprecher Jens Simon. Eine Panne habe es in all den Jahren nie gegeben, die Umstellung sei Routine und so würden selbst PTB-Mitarbeiter den entscheidenden Moment um 3 Uhr entspannt verschlafen. Das über den Sender verbreitete Signal von der PTB Braunschweig sorgt auch für die Netzsicherheit der Energieversorger und exakte Tarifabrechnungen von Telefonanbietern.

In der PTB wird aber nicht nur die Zeit gemessen. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt sorgt dafür, dass in Deutschland alles mit rechten Maßen zugeht – in der Wissenschaft und in unserem Alltag. So können sich alle auf das Ergebnis der Waage im Supermarkt ebenso verlassen wie auf die Anzeige der Zapfsäule an der Tankstelle oder den Atemalkoholtest bei der Verkehrskontrolle.

Einige dieser Arbeitsbereiche können Besucher auf individuell zusammenstellbaren Führungen kennenlernen, die über das Team der ZeitOrte gebucht werden können. Bei den Themenrundgängen stellen Fachleute ihre Arbeit vor und zeigen auch die hochkomplizierten Atomuhren, die eine Abweichung von weniger als einer Millionstel Sekunde pro Jahr haben. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.ZeitOrte.de.

Von Walter Manicke

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