QiN-Bilanz zum Jahresende: Kostenmäßige Punktlandung bei den realisierten Projekten

Sieben Stiefel, Schilder und ein Flyer

Der neue Image-Flyer der Stadt hat eine Auflage von 5000 Stück.

Wittingen. Was hat QiN bisher gebracht? Und wie geht es jetzt weiter? Kurz vor Weihnachten war für die Stadtverwaltung und die Akteure der Innenstadt-Initiative jetzt Zeit für eine Bilanz und einen Ausblick.

Genau zwölf Monate nach der Auftaktveranstaltung am 20. Dezember 2010 gibt es neben einer gewissen Aufbruchstimmung vier sichtbare Ergebnisse. Am auffälligsten sind vielleicht die sieben Schusterstiefel aus Stahl, die an verschiedenen Standorten in der Innenstadt auf illustre Persönlichkeiten aus der Wittinger Geschichte hinweisen, Spitta etwa, Lyra oder auch Söhle.

Mit rund 7300 Euro war die Sichtbarmachung der Schusterstadt das teuerste Einzelprojekt. Es wurde nicht billiger durch den Umstand, dass kurz nach der erstmaligen Aufstellung vor einigen Wochen Unbekannte den Stahlstiefel am Wall von seinem Betonsockel rissen und mitnahmen – an allen Stiefeln wurde daraufhin eine Verstärkung gegen Vandalismus nachgerüstet. Mitglieder des zuständigen Arbeitskreises zeigten sich am Montagnachmittag beim Fototermin angetan von dem Resultat.

Insgesamt zufrieden sind auch die QiN-Aktiven, die sich mit der Beschilderung der Altstadt auseinandergesetzt haben – auch wenn sie im Rahmen des Projektes viel über deutsche Bürokratie gelernt haben. So musste Wirtschaftsamtsleiter Günter Kruse beim Ortstermin am Kino erläutern, dass das Hinweisschild „Altstadt“ in farbiger Version nicht genehmigt wurde, und dass die Straßenbehörde auch keine Symbole auf dem nun in weiß gehaltenen Wegweiser haben möchte. Kosten von rund 1000 Euro sind hier angefallen.

Aus den Überlegungen des Arbeitskreises sind noch Ideen übrig. Eine mögliche geänderte Verkehrsführung in der Innenstadt soll laut Kruse demnächst im Ortsrat diskutiert werden. Dort dürfte auch die bessere Verknüpfung von Innenstadt und Einkaufszentrum erneut auf die Tagesordnung kommen – ein Thema, das der Arbeitskreis behandelt hat und das aufgrund der seinerzeitigen Beschlusslage zum EKZ für die Stadtpolitik ohnehin Pflicht und nicht nur Kür ist.

Das dritte fertige Projekt ist der neue Image-Flyer (Auflage: 5000 Stück), der Sehenswürdigkeiten, Freizeit- und Kulturangebote sowie Bildungs- und Gewerbestandorte vorstellt. Rund 1870 Euro haben Entwurf und Druck gekostet. Viertens ist auch die Leerstandsbörse der Stadt im Internet an den Start gegangen – die Verwaltung hat dieses Vorhaben gemeinsam mit dem Institut CBM in Eigenregie umgesetzt.

Kostenmäßig ist mit den realisierten Projekten eine Punktlandung gelungen. 45 000 Euro standen über die Quartiersinitiative zur Verfügung (davon 18 000 Euro als Landeszuschuss, der Rest städtischer Eigenanteil), und in der Abrechnung stehen nun 44 350 Euro. Entsprechend verändern sich geringfügig Eigenanteil und Zuschuss. Knapp 9000 Euro sind für die eigentliche Realisierungsphase geflossen, rund 25 000 Euro kostete die von CBM betreute Konzeptionsphase.

Die „Quartiersinitiative Niedersachsen“ (QiN) und ihre Fördergelder gibt es inzwischen nicht mehr, doch der Prozess der Innenstadt-Aufwertung soll weitergehen – zum Beispiel mit der Leitbild-Diskussion. Ein erster Schritt dazu könnte die Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses sein, die für den 19. Januar geplant ist. Für konkrete Projekte sollen im nächsten Haushalt 13 000 Euro angefordert werden. Und auch das ambitionierte Zukunfts-Projekt eines Wittinger Schustermuseums könnte irgendwann noch auf die Agenda rücken.

Von Holger Boden

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