„Sie leben ihre Musik“

Landrätin Marion Lau überreicht Frank Wolter die PRO-MUSICA-Plakette.

Knesebeck. „Sie leben ihre Musik und sie reißen die Zuhörer mit“ – Höchste Auszeichnung für die Spielleute des Spielmannszug Jägercorps Knesebeck im Rahmen des fulminanten Festaktes zum 100-jährigen Vereins-Jubiläum am Sonnabend. Es war ein glücklicher und spannender Abend für rund 80 Aktive – darunter 29 vielversprechende Musiker im Jugendzug.

Landrätin Marion Lau überreichte Frank Wolter, dem Vorsitzender des amtierenden Deutschen Meisters, am Sonnabend offiziell die PRO-MUSICA-Plakette. Die Auszeichnung wird nur an Musikvereine verliehen, die auf eine mindestens 100-jährige Geschichte zurückblicken und die sich um die Pflege des instrumentalen Musizierens und um die Förderung des kulturellen Lebens verdient gemacht haben, war zu erfahren.

„Werner Momsen“ plaudert mit Heinrich Wolter.

Stolz übergab die Wunderbüttelerin die Plakette und die von Bundespräsident Christian Wulff unterzeichnete Urkunde. „Mit wie viel Herzblut müssen Menschen an ihrem Verein hängen, wenn sie ihm über Generationen hinweg die Treue halten?“, fragte sie. Die Landrätin bezeichnete den Spielmannszug des Jägercorps als Repräsentanten und musikalischen Botschafter des Ortes Knesebecks, der Stadt Wittingen und des gesamten Landkreises Gifhorn. Der „sympathischen Truppe“ um Frank Wolter gebühre besonders auch ihre persönliche Anerkennung neben dem offiziell auszusprechenden Lob, betonte Lau. „Sehen sie sich in Knesebeck um“, rief sie in den bis auf den letzten Platz gefüllten Schützensaal. „Jägercorps, Schwarzes Korps, Feuerwehrmusikzug – das sind die Spielmanns- und Musikzuge und dann gibt es ja noch die Chöre. Herr Bürgermeister, sie dürfen stolz sein“, wandte sie sich an Ulrich Kabroth.

Der Spielmannszug Jägercorps Knesebeck blickt nun auf eine 100-jährige Geschichte zurück. Heute spielt die Gruppe unter der Leitung von Hendrik Mann. Fotos: Kayser

Wolfgang Ziesmann, Präsident des Deutschen Bundesverbandes (DBV) der Spielmanns-, Fanfaren-, Hörner- und Musikzüge überraschte die Spielleute mit der DBV-Ehrenschleife. Er stimmte mit der Landrätin Marion Lau überein: „Im Knesebecker Vorzeige-Klangkörper wird eine großartige Arbeit geleistet, erfolgreiche Jugendarbeit.“ Ziesmann würdigte besonders die Verdienste Walter Schulzes, der von 1970 bis 2004 musikalischer Leiter und 24 Jahre lang Vorsitzender des Spielmannszuges Jägercorps war. „Unter seiner Ägide hat die Erfolgsgeschichte begonnen“ – sein Fachwissen, sein Vorbild, aber auch der kameradschaftliche Umgang mit seinen Instrumentalisten hätten den Spielmannszug des Jägercorps geprägt“, sagte der Laudator vor zahlreichen Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft sowie vielen Vertretern der Knesebecker Vereine und Gästen. 2005 hatte Walter Schulze den Dirigentenstab an Hendrik Mann weitergegeben. Mit „Des großen kurfürstlichen Reitermarsch“, „Marsch aus 1941“ und „Hoch Heidecksburg“ rahmten die Spielleute den offiziellen Festakt.

Was folgte, war eine farbige musikalische Zeitreise des Spielmannszuges , die am Anfang des 20. Jahrhunderts begann bis hin zur konzertanten und modernen Musik. In Zeitetappen führte die Reise von den „Spielleuten der ersten Stunde“ über den „Aufbruch zu neuen Zielen“ über die „Schützenfeste mit den Königen des Spielmannszuges“ des Jägercorps bis zum großen Finale mit Chorgesang.

Mit von der Partie war „Werner Momsen“ – bekannt geworden durch den NDR und die Sendung „DAS!“. Gestern ging in Knesebeck bis Abends der spannende Musikwettstreit „Heide-Süd“ 2011 über die große Bühne im Schützensaal (Bericht folgt).

Von Jürgen Kayser

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare