Fast 500 Hektar für Windkraft geplant

Wittinger Stadtgebiet: Sechs Windpark sollen neu errichtet oder vergrößert werden

Bei Stöcken dreht sich ein Windrad träge im Sommerwind.
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Windrad bei Stöcken: Im Wittinger Stadtgebiet ist reichlich Zuwachs an Windenergieanlagen geplant. Das dürfte die Quote der rechnerischen Eigenversorgung mit Energie deutlich nach oben treiben.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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Eine gute und eine schlechte Nachricht. Windparks werden in Deutschland nicht einfach so gebaut, die Bürger und viele Institutionen können mitreden und auf eventuelle Planungsfehler hinweisen. Gleichzeitig dürfen sich nun wieder all jene bestätigt fühlen, die das Verfahren für zusätzliche Windräder im Stadtgebiet für eine fast schon unendliche Geschichte halten.

Wittingen – Heute in einer Woche startet eine weitere öffentliche Auslegung der Unterlagen für die 45. Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Wittingen – da geht es um die sechs Windparks, die neu errichtet oder vergrößert werden sollen.

Boitzenhagen, Lüben, Stöcken, Suderwittingen, Teschendorf, Vorhop – das sind immer noch die Vorrangflächen, die sich in der Regionalplanung herauskristallisiert haben, die 2011 vom Regionalverband eingeleitet wurde. In Boitzenhagen stehen sogar schon die Windräder – warum die Bauleitplanung den Fakten in diesem Fall noch hinterherhinkt, wird sicherlich in einem der nächsten Fachausschüsse der Stadt erläutert, der das Thema auf die Tagesordnung bekommt.

Eine vorzeitige Bürgerbeteiligung hatte es zur Änderung des Flächennutzungsplans bereits gegeben. Nun werden Planentwurf und Umweltbericht vom 24. Januar bis 25. Februar noch einmal öffentlich ausgelegt. Interessierte Bürger finden die Informationen in diesem Zeitraum unter www.wittingen.eu/362_planungsbeteiligung.html.

Da gibt es dann Lesestoff zu allen denkbaren Aspekten einer Windpark-Planung: Behördliche Stellungnahmen zu Umweltauswirkungen, zu Abständen zur Wohnbebauung, zu Immissionen, zum Waldbrandrisiko – und so weiter.

Angaben zur Zahl der geplanten Anlagen sind allerdings in den Papieren zum Flächennutzungsplan ebensowenig zu finden wie die vorgesehenen Höhen der Windräder. Dies sind Details, die in den Bebauungsplänen geregelt werden. Die bei Boitzenhagen bereits aufgestellten Windkraftanlagen haben eine Gesamthöhe von 200 Metern.

Aus dem F-Plan-Verfahren ist jedoch ersichtlich, um welche Flächengrößen es geht. Bei Boitzenhagen sind es 56 Hektar, nördlich von Lüben 85 Hektar, westlich von Teschendorf 81 Hektar und östlich von Vorhop 50 Hektar. Das Erweiterungsgebiet bei Stöcken, wo bereits drei Windräder stehen, ist mit 128 Hektar die größte Einzelfläche, bei Suderwittingen sollen in Nachbarschaft der fünf bestehenden Anlagen weitere 96 Hektar der Windkraft gewidmet werden.

Eingaben zu der Planung können Bürger unter stadt@wittingen.eu machen.

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